Ein möglicher Ausstieg der Familie Pinault bei Puma nimmt konkrete Formen an – und rückt den chinesischen Sportartikelriesen Anta Sports ins Zentrum des Interesses. Während sich Käufer- und Verkäuferseite noch weit von einem Preis-Kompromiss entfernt zeigen, reagiert der Markt bereits deutlich. Entscheidende Frage: Reicht die Übernahmefantasie, um den Kurs nachhaltig von der schwachen operativen Basis zu lösen?

Anta gegen Artemis: Der Bewertungsstreit

Seit Monaten wird über einen Verkauf des rund 29%-Anteils spekuliert, den die Pinault-Familie über ihre Holding Artemis an Puma hält. Nun gibt es erstmals klare Konturen: Laut Insider-Berichten hat Anta Sports Products Ltd., Chinas größter Sportartikelhersteller, ein formelles Angebot für dieses strategische Paket vorgelegt.

Die Eckpunkte der Situation:

  • Anta Sports ist finanzstark und verfolgt seit Jahren eine expansive M&A-Strategie (u.a. Amer Sports 2019).
  • Marktbeobachter sehen ein mögliches Einstiegsgebot im Bereich von rund 27,50 Euro je Aktie.
  • Artemis soll dem Vernehmen nach mindestens 40 Euro pro Aktie anpeilen – fast eine Verdopplung gegenüber dem Kursniveau vor den heutigen Nachrichten.
  • Die Gespräche gelten derzeit als ins Stocken geraten, weil die Preisvorstellungen weit auseinanderliegen.

Trotz des Patt bei der Bewertung werten Investoren allein die Existenz eines konkreten Bieters als deutliches Signal: Der 29%-Block gilt damit als „im Spiel“. Das weckt Spekulationen auf weiteres Interesse – in der Vergangenheit wurden etwa Li Ning und Asics als mögliche Kandidaten genannt.

Charttechnisch spiegelt sich die neue Fantasie klar wider: Die Aktie sprang über die Marke von 24 Euro und liegt damit deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von rund 20 Euro. Der Relative-Stärke-Index (RSI) bei etwa 73 Punkten signalisiert allerdings bereits ein überkauftes Niveau.

Belastete Historie, neuer Ankerinvestor?

Der Kurssprung kommt nach einem harten Jahr für Puma-Anleger. 2025 verlor die Aktie etwa die Hälfte ihres Werts und fiel im November auf ein Mehrjahrestief unter 16 Euro. Auf Zwölfmonatssicht notiert der Titel trotz der jüngsten Erholung immer noch knapp 44 % im Minus. Heute schloss die Aktie bei 24,14 Euro.

Operativ kämpft CEO Arthur Hoeld mit einer schwachen Konsumlaune in Europa und den USA. Hinzu kommen Währungseffekte, die – wie zuvor beim argentinischen Peso – die Bilanz zusätzlich belasten. Die fundamentale Lage bleibt damit anspruchsvoll.

Genau hier setzt die strategische Logik eines möglichen Anta-Einstiegs an:

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  • Anta dominiert den chinesischen Heimatmarkt und könnte Puma dort besseren Zugang zu Vertriebskanälen und Markenpräsenz verschaffen.
  • Die seit dem Spin-off von Kering 2018 bestehende Artemis-Beteiligung gilt am Markt als „Overhang“ – also als latente Verkaufsoption, die das Kurspotenzial begrenzt.
  • Ein klarer Eigentümerwechsel zu einem strategischen Investor könnte diese Unsicherheit beenden und den Bewertungsrahmen neu setzen.

Analysten bleiben dennoch vorsichtig:
- RBC bestätigt ein Kursziel von 20 Euro mit „Sector Perform“ und signalisiert damit, dass ohne Übernahmeprämie die operativen Risiken überwiegen.
- Bernstein Research ist mit einem Ziel von 24 Euro und „Outperform“ etwas optimistischer – dieses Niveau ist mit dem jüngsten Kurssprung bereits erreicht.

Neue Marketing-Chefin soll Marke schärfen

Fast unter dem Radar der M&A-Spekulation blieb eine wichtige Personalie im Marketing. Zum 1. Januar 2026 hat Puma Nadia Kokni zur neuen Vice President Global Brand Marketing berufen. Sie folgt auf Richard Teyssier und berichtet direkt an Chief Brand Officerin Maria Valdes.

Kokni bringt Erfahrung aus Führungspositionen bei Hugo Boss und JD Sports mit. Ihre Aufgabe ist klar umrissen: Sie soll die vielfach kritisierte Markenschärfung vorantreiben und das „Storytelling“ verbessern. Gerade im Wettbewerb mit Schwergewichten wie Nike und Adidas gilt eine prägnante, konsistente Markenbotschaft als zentraler Hebel, um wieder Marktanteile zu gewinnen.

Auch wenn diese Personalentscheidung kurzfristig weniger kursrelevant wirkt als der mögliche Anta-Einstieg, ist sie für die mittelfristige Ertragskraft nicht zu unterschätzen: Stärkeres Markenprofil kann Preissetzungsmacht und Nachfrage stützen – beides Punkte, die im aktuellen Umfeld an Bedeutung gewinnen.

M&A-Play mit klaren Terminen

Mit den jüngsten Nachrichten ist die Puma-Aktie endgültig zu einem M&A-getriebenen Titel geworden. Kurzfristig dominieren der Newsflow rund um Artemis und Anta sowie mögliche weitere Interessenten das Geschehen deutlich stärker als die klassischen Fundamentaldaten. Die hohe 30-Tage-Volatilität von knapp 78 % unterstreicht die Nervosität im Markt.

Wichtige nächste Wegmarken sind bereits gesetzt:

  • 26. Februar 2026: Vorlage der vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 und Ausblick 2026.
  • Auf dieser Veranstaltung wird CEO Hoeld sich nicht nur zu Umsatz, Marge und Ausblick äußern müssen, sondern zwangsläufig auch zur künftigen Eigentümerstruktur.

Bis dahin bleibt die Lage klar umrissen: Solange keine Einigung über den Preis erzielt oder ein neuer Bieter bekannt wird, schwankt die Aktie zwischen Übernahmehoffnung und einem operativen Umfeld, das allein kaum höhere Bewertungen rechtfertigt. Ein Durchbruch bei den Verhandlungen oder ein offener Bieterprozess könnte die aktuelle Zwischenrally jedoch in eine echte Neubewertung der Puma-Aktie verwandeln.

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