Ein chinesischer Sportgigant klopft bei Puma an – und plötzlich klafft eine riesige Lücke zwischen Börsenkurs und geforderter Bewertung. Im Zentrum steht ein großes Aktienpaket des Ankeraktionärs, um das hinter den Kulissen intensiv gerungen wird. Für die neue Woche stellt sich damit nur eine Frage: Kommt es zum Durchbruch in den Verhandlungen – oder versandet die Story vorerst?

Der Poker um das Pinault-Paket

Auslöser der Spekulationen ist der mögliche Einstieg von Anta Sports. Der chinesische Konzern soll laut übereinstimmenden Medienberichten ein Angebot für das rund 29‑prozentige Paket der Familie Pinault (Artemis) vorgelegt und die Finanzierung gesichert haben. Dem Vernehmen nach kommen die Gespräche jedoch nur schleppend voran.

Im Mittelpunkt steht eine deutliche Bewertungslücke:

  • Geforderter Preis der Pinault-Seite: angeblich über 40 Euro je Aktie
  • Börsenkurs zum Freitagsschluss: 23,95 Euro
  • Theoretischer Aufschlag auf den Marktpreis: rund 67 %

Damit ist klar umrissen, worauf viele kurzfristig orientierte Anleger derzeit setzen: eine mögliche Nachbesserung des Angebots durch Anta, um den Deal doch noch zustande zu bringen. Anta gilt als finanzstark und hat mit der Übernahme und Integration westlicher Marken wie Amer Sports bereits Erfahrung gesammelt.

Der aktuelle Kurs spiegelt diese Fantasie nur teilweise wider. Trotz eines Wochenplus von knapp 7 % liegt die Aktie mit rund 44 % Abstand deutlich unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 43,29 Euro. Die Spekulation auf einen Einstieg zu deutlich höheren Preisen ist also im Kurs noch nicht vollständig enthalten.

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Schwache Basis, attraktive Marke

Dass Puma überhaupt ins Visier eines strategischen Käufers gerät, hängt eng mit der schwachen fundamentalen Entwicklung zusammen. Die Marktkapitalisierung ist deutlich geschrumpft, der Börsenwert liegt nur noch im einstelligen Milliardenbereich – ein überschaubares Volumen für einen globalen Player wie Anta.

Zentrale Kennpunkte der aktuellen Lage:

  • Ergebnisseite: Der Gewinn je Aktie (TTM) ist mit -1,92 Euro klar negativ
  • Kursperformance 12 Monate: etwa -44 %
  • Technische Lage: Der Schlusskurs von 23,95 Euro liegt deutlich über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 20,21 Euro, was auf eine spürbare Erholung in den letzten Wochen hindeutet
  • RSI (14 Tage): mit 73,2 bereits im überkauften Bereich
  • Volatilität (30 Tage, annualisiert): sehr hoch mit 77,23 %

Operativ bleibt Puma damit angeschlagen, die Börse preist weiterhin viel Unsicherheit ein. Gleichzeitig besitzt die Marke global hohe Bekanntheit und ein etabliertes Vertriebsnetz – genau das, was für Anta strategisch interessant wäre, um sich international stärker gegen Nike und Adidas zu positionieren.

Strategischer Umbau im Hintergrund

Parallel zu den Übernahmegerüchten arbeitet das Management am Markenprofil. Mit der Ernennung von Nadia Kokni zur Vice President of Global Brand Marketing (seit Januar 2026 wirksam) soll die Strahlkraft der Marke neu justiert werden. Diese Personalie unterstreicht den Versuch, Puma auch ohne Eigentümerwechsel wieder besser zu positionieren.

Kurzfristig ist dieser operative Umbau für den Kurs allerdings klar zweitrangig. Der Markt fokussiert sich momentan nahezu vollständig auf die Frage, ob sich Anta und Artemis auf einen Preis einigen können – und falls ja, auf welchem Niveau.

Ausblick: Deal treibt die Kursfantasie

Für den Wochenstart ist die Ausgangslage damit klar umrissen: Die Puma Aktie handelt in einer Spanne zwischen belastender Vergangenheit und möglicher Neubewertung. Scheitern die Gespräche endgültig, erscheint ein Rücklauf in Richtung der jüngsten Tiefstände im Bereich von knapp 15,50 Euro nicht ausgeschlossen, zumal die fundamentale Basis schwach bleibt und der RSI bereits in überkauftem Terrain liegt.

Kommt es hingegen zu einer Einigung in der Nähe der kolportierten 40‑Euro-Marke, dürfte der Markt eine deutlich höhere Bewertung ansetzen. In diesem Szenario wäre eine kräftige Neubewertung nach oben wahrscheinlich, weil die Differenz zwischen aktuellem Kurs und möglichem Transaktionspreis erheblich ist. Die kommenden Tage werden daher vor allem von neuen Informationen aus den Verhandlungen geprägt sein – sie geben den Takt für die nächste Kursbewegung vor.

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