Die Übernahmefantasie um Puma ist vorerst verpufft. Nach ersten Berichten über ein mögliches Einstiegsangebot von Anta Sports hofften Anleger kurzzeitig auf eine schnelle Lösung für den Großaktionärsanteil. Jetzt blockieren unterschiedliche Preisvorstellungen den Deal – und der Fokus kehrt zurück zu den operativen Baustellen des Sportartikelherstellers.

Übernahmegespräche in der Sackgasse

Im Zentrum steht der 29-Prozent-Anteil von Artémis, der Holding der Familie Pinault. Diese Beteiligung gilt seit Längerem als „nicht-strategisch“, ein Verkauf wäre also grundsätzlich gewollt. Doch bei der Bewertung liegen die Vorstellungen weit auseinander:

  • Artémis soll auf Basis von Berichten mehr als 40 Euro je Aktie anvisieren
  • Anta Sports bietet dem Vernehmen nach deutlich weniger
  • Die Differenz spiegelt die Unsicherheit über Pumas künftige Ertragskraft wider

Diese Pattsituation hat die kurze Kursrally Anfang Januar rasch beendet. Die Übernahmefantasie, die den Titel am 8. Januar auf ein Zwischenhoch trieb, ist vorerst Geschichte. Statt neuer Fantasie dominiert wieder der nüchterne Blick auf Zahlen, Margen und die Wettbewerbsposition.

Zusätzlich dämpft eine aktuelle Studie der UBS die Stimmung. Die Schweizer Großbank bestätigte ihre neutrale Einstufung und hält am Kursziel von 19,60 Euro fest – ein klarer Hinweis darauf, dass die Analysten den Spielraum nach oben derzeit begrenzt sehen.

Zwischen Turnaround und Eigentümerinteressen

Das Verhalten von Artémis zeigt: Verkauft wird nur zu einem Preis, der die eigene Bewertung von Puma widerspiegelt. Der Markt ist hingegen deutlich skeptischer – auch ein Blick auf die Kursentwicklung macht das sichtbar.

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Der Schlusskurs am Freitag lag bei 21,91 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich damit ein Rückgang von rund 46 Prozent, der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von 40,81 Euro ist entsprechend groß. Kurzfristig wirkt der Titel zwar leicht erholt: Der Kurs notiert über dem 50- und 200-Tage-Durchschnitt, der RSI von 73,2 signalisiert aber bereits eine überkaufte Situation. Die hohe annualisierte 30‑Tage-Volatilität von über 76 Prozent unterstreicht, wie nervös der Markt bleibt.

Im Hintergrund läuft gleichzeitig ein strategischer Umbau. Unter dem neuen CEO Arthur Hoeld hat Puma 2026 als Übergangsjahr ausgerufen. Schwerpunkte sind:

  • Effizienzsteigerung in Strukturen und Prozessen
  • Stärkung der Marke nach Marktanteilsverlusten
  • Zurückgewinnung von Terrain gegenüber Wettbewerbern wie Hoka und On

Die stockenden Gespräche um den Artémis-Anteil verstärken damit indirekt den Druck, beim Turnaround rasch sichtbare Fortschritte zu zeigen. Denn solange kein Verkaufspreis gefunden ist, bleibt der Unternehmenswert vor allem über die operative Entwicklung definiert.

Nächster Prüfstein: Jahreszahlen im Februar

Mit dem Wegfall der kurzfristigen Übernahmefantasie richtet sich der Blick nun klar auf die kommenden Kennzahlen. Der zentrale Termin steht bereits fest: Am 26. Februar 2026 legt Puma seine Jahreszahlen vor. Dann muss das Management belegen, dass die angestoßenen Maßnahmen mehr sind als nur Ankündigungen.

Für den Markt werden vor allem drei Punkte entscheidend sein:

  • Gelingt es, den Verlust von Marktanteilen zu bremsen oder umzukehren?
  • Zeigen sich erste Effekte der Effizienzprogramme in der Profitabilität?
  • Gibt das Management einen glaubwürdigen Ausblick auf das weitere Übergangsjahr?

Fallen die Zahlen überzeugend aus, könnte das die Bewertungslücke zwischen den Forderungen von Artémis und der aktuellen Marktsicht zumindest verkleinern. Bleibt der Fortschritt dagegen hinter den Erwartungen zurück, dürften sowohl der Aktienkurs als auch die festgefahrenen Gespräche mit Anta Sports weiter belastet werden – und die Spanne der Analystenkursziele zwischen 15 und 40 Euro wäre ein passendes Abbild dieser Unsicherheit.

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