Der Stuttgarter Sportwagenbauer vollzieht eine radikale und teure Kehrtwende. Ein operativer Gewinneinbruch von über 90 Prozent sowie die Abkehr von der reinen Elektro-Strategie verdeutlichen das Ausmaß des Umbaus. An der Börse reagieren Investoren auf diese fundamentalen Einschnitte mit spürbarer Zurückhaltung.

Die Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr offenbart die finanziellen Schmerzen der Neuausrichtung. Das operative Konzernergebnis schrumpfte von 5,64 Milliarden Euro im Vorjahr auf 413 Millionen Euro. Verantwortlich für diesen Einbruch sind außerordentliche Aufwendungen von rund 3,9 Milliarden Euro. Diese Summe fließt primär in die Anpassung der Produktstrategie und eine gebremste Elektrifizierung. Zusätzliche Belastungen in Höhe von jeweils rund 700 Millionen Euro entstanden durch US-Zölle und Batterieaktivitäten. In der Folge wird auch die Dividende auf 1,01 Euro je Vorzugsaktie signifikant gekürzt.

Fokus auf Marge statt Masse

Unter der Leitlinie „Value over Volume“ strebt Vorstandschef Michael Leiters nun nach mehr Profitabilität statt reiner Verkaufszahlen. Besonders in China greift dieses Prinzip rigoros. Nachdem die Auslieferungen dort um 26 Prozent einbrachen, dampft der Konzern sein Händlernetz im Reich der Mitte bis Ende 2026 auf rund 80 Verkaufsstellen ein.

Parallel verabschiedet sich das Management von der rein elektrischen Fahrzeugplattform für das kommende Jahrzehnt. Verbrenner und Plug-in-Hybride erhalten stattdessen deutlich längere Laufzeiten, was den strategischen Schwenk weg von der reinen E-Mobilität unterstreicht.

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Analysten ziehen Konsequenzen

Diese tiefgreifenden Einschnitte spiegeln sich im Aktienkurs wider. Der Titel notiert aktuell bei 37,06 Euro und hat damit seit Jahresbeginn knapp 22 Prozent an Wert verloren. Auch die Analystengemeinschaft hat ihre Erwartungen nach den Jahresergebnissen merklich nach unten korrigiert:

  • Citigroup: Kursziel von 55 auf 53 Euro gesenkt (Rating: Buy)
  • RBC: Kursziel von 43 auf 39 Euro reduziert (Rating: Sector Perform)
  • Goldman Sachs: Kursziel von 40 auf 36 Euro gekappt (Rating: Neutral)

Für das laufende Jahr rechnet das Management weiterhin mit herausfordernden Marktbedingungen und zusätzlichen Restrukturierungskosten in dreistelliger Millionenhöhe. Die operative Umsatzrendite soll sich 2026 in einem Korridor von 5,5 bis 7,5 Prozent einpendeln. Neue Einblicke in den operativen Fortschritt des Umbaus erhalten Anleger am 29. April 2026 mit der Veröffentlichung der Ergebnisse zum ersten Quartal.

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