Der Wasserstoff-Spezialist Plug Power versucht mit einer radikalen Neuausrichtung das Vertrauen der Wall Street zurückzugewinnen. Nachdem fest eingeplante staatliche Fördergelder weggebrochen sind, rücken nun Rechenzentren und Notverkäufe in den Fokus. Eine aktuelle Investorenkonferenz zeigt allerdings, dass institutionelle Anleger harte Beweise sehen wollen, bevor sie den neuen Kurs honorieren.

Notverkauf statt Wasserstoff-Hub

Ursprünglich sollte auf dem Gelände des "Project Gateway" eine Anlage für sauberen flüssigen Wasserstoff entstehen, gestützt durch eine milliardenschwere Kreditbürgschaft des US-Energieministeriums. Da diese Bundesmittel jedoch ausblieben, musste das Management die Reißleine ziehen. Nun verkauft Plug Power seine Anteile an dem Standort für bis zu 142 Millionen US-Dollar an Stream Data Centers.

Dieser Schritt markiert den Beginn einer umfassenden Initiative, die durch Anlagenverkäufe und Kostensenkungen insgesamt über 275 Millionen US-Dollar an frischer Liquidität in die Kassen spülen soll. Gleichzeitig prüft das Unternehmen, künftig Strom aus Wasserstoff für Rechenzentren und das US-Stromnetz bereitzustellen.

Die Börse reagiert auf diesen Strategiewechsel bislang verhalten. Auftritte des Managements auf der jüngsten Roth-Wachstumskonferenz in Kalifornien konnten keine nachhaltige Euphorie entfachen. Analysten von Jefferies bezeichnen den anvisierten Weg in die Profitabilität bis 2026 als reine Beweisfrage – die Wall Street wartet auf greifbare Resultate. Entsprechend rutschte der Kurs zuletzt wieder ab und notiert aktuell bei 1,94 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht zwar noch ein Plus von knapp 42 Prozent auf der Anzeigetafel, kurzfristig dominiert jedoch die Vorsicht der Investoren.

Operative Fortschritte treffen auf juristische Altlasten

Dabei haben sich die fundamentalen Daten zuletzt spürbar verbessert. Im vierten Quartal 2025 verbuchte Plug Power einen Bruttogewinn von 5,5 Millionen US-Dollar und ließ damit den massiven Verlust des Vorjahres hinter sich. Auch der Rekordumsatz von 187 Millionen US-Dollar durch GenEco-Elektrolyseure im Gesamtjahr 2025 stützt die Argumentation der Bullen.

Überschattet wird diese operative Erholung von juristischen Problemen. Mehrere Anwaltskanzleien sammeln derzeit Kläger für eine Sammelklage, da das Unternehmen die Wahrscheinlichkeit der staatlichen Kreditzusagen im Vorfeld angeblich zu optimistisch dargestellt habe.

Mit Barreserven von knapp 369 Millionen US-Dollar zum Jahresende 2025 und den geplanten Zuflüssen aus den Anlagenverkäufen sieht sich Plug Power bis Ende 2026 durchfinanziert. Kurzfristig rückt nun der 3. April 2026 in den Fokus, an dem die Frist für den Hauptkläger in der laufenden Sammelklage abläuft. Bis das Management nachhaltig steigende Margen liefert, dürfte die abwartende Haltung der institutionellen Anleger den Kursverlauf weiter prägen.

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