Regulierungsdruck aus zwei Ländern, eine anwaltliche Untersuchung wegen möglicher Pflichtverletzungen und ein noch unbesetzter CEO-Posten — Adobe kämpft derzeit an mehreren Fronten gleichzeitig. Am Mittwoch erreichte die Aktie ein neues 52-Wochen-Tief.

Abo-Modell im Visier der Behörden

Der unmittelbare Auslöser für den Kursrutsch von über vier Prozent am Dienstag war eine Untersuchung der US-Kanzlei Scott+Scott gegen Adobes Führungskräfte wegen möglicher Verletzung von Treuepflichten. Hintergrund ist ein Vergleich vom 13. März: Adobe einigte sich mit dem US-Justizministerium auf eine Zahlung von 150 Millionen Dollar. Davon entfallen 75 Millionen auf Bußgelder, weitere 75 Millionen sollen Kunden in Form kostenloser Dienste zugutekommen. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe wichtige Informationen zu Kündigungsgebühren im Kleingedruckten versteckt und Kunden das Kündigen bewusst erschwert. Adobe bestreitet die Vorwürfe, zeigte sich aber erleichtert, die Sache beilegen zu können.

Damit ist das regulatorische Kapitel jedoch nicht geschlossen. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA eröffnete am 19. März eine eigene Untersuchung zu denselben Praktiken. Im Fokus steht insbesondere eine Klausel, nach der Kunden, die ihren Jahresvertrag nach den ersten 14 Tagen kündigen, 50 Prozent der verbleibenden Jahreskosten zahlen müssen. Die CMA hat bis September Zeit für die erste Untersuchungsphase — und könnte im Falle eines Verstoßes bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes als Strafe verhängen. Bei Adobes aktuellem Umsatztempo wäre das ein Milliardenbetrag.

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Führungsvakuum trifft auf strategische Weichenstellung

Die regulatorischen Risiken treffen Adobe in einer ohnehin heiklen Phase. CEO Shantanu Narayen kündigte am 12. März seinen Rücktritt an, sobald ein Nachfolger gefunden ist. Der Verwaltungsrat sucht weltweit nach einem „KI-nativen" Kandidaten — ein Signal, wie stark das Unternehmen die eigene Zukunft an generative KI knüpft. Solange diese Suche läuft, fehlt an der Spitze die Kontinuität, die Investoren in unsicheren Zeiten schätzen.

Hinzu kommt: Abonnements machen 97 Prozent von Adobes Quartalsumsatz von 6,4 Milliarden Dollar aus. Regulatorische Eingriffe, die das Abo-Modell verändern oder verteuern, würden damit direkt das Kerngeschäft treffen.

Semrush-Übernahme erhält grünes Licht

Eine positive Nachricht gab es immerhin: Das Bundeskartellamt genehmigte am 20. März die geplante Übernahme des SEO-Unternehmens Semrush für 1,9 Milliarden Dollar. Die Behörde sah kein Risiko für Wettbewerbsverzerrungen. Der Abschluss der Transaktion steht noch aus und hängt von weiteren Genehmigungen sowie der Zustimmung der Semrush-Aktionäre ab.

Der Kurs notiert aktuell auf dem tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr und liegt rund 28 Prozent unter dem Niveau vom Jahresbeginn. Solange die CMA-Untersuchung läuft und der Chefposten unbesetzt bleibt, dürfte der Titel unter Druck bleiben.

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