Morgen ist Beweistag. Beim Investorentag in der Motorworld München muss Circus SE zeigen, ob aus 8.000 Vorbestellungen echte Verträge werden — oder ob das theoretische Umsatzpotenzial von 1,6 Milliarden Euro eine Absichtserklärung bleibt. Die Aktie notiert heute auf einem neuen 52-Wochen-Tief von 5,60 Euro, gut 75 Prozent unter ihrem Novemberhoch.

Ein Finanzierungsmodell mit Robotern als Sicherheit

Zehn Tage vor dem Investorentag hat Circus SE eine ungewöhnliche Finanzierungsstruktur vorgestellt. Gemeinsam mit der Finexity AG — Betreiberin einer Plattform für tokenisierte Wertpapiere — wird die Anleihe „Circus Robotics I" aufgelegt. Das Konstrukt funktioniert so: Eine Zweckgesellschaft kauft sechs autonome Küchenroboter für je 265.000 Euro und verleast sie langfristig an Circus zurück. Die festen Leasingraten bedienen Zins und Tilgung der Anleihe.

Das Emissionsvolumen beträgt rund 1,67 Millionen Euro. Privatanleger können ab 500 Euro zeichnen und erhalten eine jährliche Verzinsung von 6,0 bis 10,0 Prozent. Der Leasingvertrag läuft sieben Jahre, ist nicht ordentlich kündbar, die Tilgung soll nach rund fünf Jahren abgeschlossen sein. Finexity-Chef Paul Huelsmann lobt das Modell als Beleg für „klar planbare Cashflows aus langfristigen Kundenverträgen".

Prognose mit 220-fachem Umsatzsprung

Das Zahlenwerk dahinter ist ernüchternd und ambitioniert zugleich. 2025 erzielte Circus gerade einmal 0,25 Millionen Euro Umsatz bei einem operativen Verlust von knapp 15 Millionen Euro. Für 2026 prognostiziert das Management Erlöse zwischen 44 und 55 Millionen Euro — ein Sprung um das bis zu 220-Fache. Das EBITDA soll dabei negativ bleiben, zwischen minus 6 und minus 8 Millionen Euro.

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Auf der Produktionsseite ist die Basis zumindest gelegt. Mit Fertigungspartner Celestica läuft die Serienfertigung des Kochroboters CA-1 in Suzhou, China — innerhalb von sechs Monaten hochgezogen. Das Gerät verarbeitet bis zu 36 gekühlte Zutaten, bereitet mehr als 500 Gerichte vollständig autonom zu und besteht rund 150 Qualitätstests.

Laufende Piloten gibt es bei REWE in Düsseldorf und seit Januar bei der Bundeswehr unter dem Label Circus Defence. Ab Sommer 2026 soll die Mercedes-Benz Werkskantine in Sindelfingen beliefert werden. Belastbare Daten aus dem Dauerbetrieb stehen noch aus — und genau davon hängt ab, ob die Partner eine breitere Integration beschließen.

Insiderkäufe als Muster

Aus dem Führungsumfeld häufen sich die Aktienkäufe. Verwaltungsratschef Dr. Jan-Christian Heins erwarb am 25. Februar 2026 Aktien für rund 10.000 Euro zu 7,26 Euro je Stück — einen Tag nach dem damaligen 52-Wochen-Tief. Die Beteiligungsgesellschaft von CEO Nikolas Bullwinkel kaufte bereits Ende Januar, Anfang Februar sowie am 13., 16. und 17. März. Es sind Directors' Dealings, die nach Marktmissbrauchsverordnung gemeldet werden müssen. Eine Begründung liefern solche Meldungen nicht — sichtbar ist das Muster wiederholter Käufe aus dem CEO-nahen Umfeld, während die Aktie weiter fiel.

Morgen in München wird das Unternehmen konkrete Auslieferungszahlen, messbare Ergebnisse aus den Pilotprojekten und einen glaubwürdigen Pfad von Testbetrieb zu festen Verträgen präsentieren müssen. Gelingt das, erhält die Umsatzprognose für 2026 erstmals ein greifbares Fundament. Bleibt die Präsentation vage, dürfte der Abgabedruck auf den Titel anhalten — der Kurs hat seit Jahresbeginn bereits mehr als die Hälfte seines Wertes verloren.

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