Pfizer liefert gleich zwei Nachrichten, die strategisch in unterschiedliche Richtungen zeigen – und doch denselben Kern haben: Wachstum über spezialisierte Therapien. Einerseits gibt es Rückenwind aus der Onkologie durch grünes Licht der US-Behörden. Andererseits setzt der Konzern im boomenden GLP-1-Markt auf einen neuen China-Deal. Was steckt hinter diesem Doppel-Schritt?

FDA gibt Onkologie-Regime frei

Am Montag erhielt das BRAFTOVI-Kombinationsregime in den USA die vollständige („traditionelle“) Zulassung. Eingesetzt wird die Therapie zusammen mit Cetuximab und einer fluorouracilbasierten Chemotherapie als Erstlinienbehandlung bei erwachsenen Patienten mit metastasiertem Darmkrebs, sofern eine BRAF-V600E-Mutation vorliegt. Diese Mutation betrifft laut Bericht 8 bis 12% der Fälle.

Basis der Entscheidung waren Daten aus der Phase-3-Studie BREAKWATER. Dort lag das mediane Gesamtüberleben in der BRAFTOVI-Kombination bei 30,3 Monaten – gegenüber 15,1 Monaten in der Kontrollgruppe. Zudem wurde das Sterberisiko um 51% reduziert. Eine beschleunigte Zulassung für diese Indikation gab es bereits im Dezember 2024. Auf der anderen Seite: 14% der Patienten brachen die Behandlung wegen Nebenwirkungen dauerhaft ab.

GLP-1: China-Rechte per Lizenzdeal

Parallel zur Onkologie baut Pfizer seine Position im Markt für Stoffwechselerkrankungen aus. Reuters/Dow Jones zufolge sicherte sich der Konzern exklusive Vermarktungsrechte auf dem chinesischen Festland für Ecnoglutide, ein GLP-1-Medikament von Sciwind Biosciences.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Pfizer?

Der Lizenzvertrag kann sich dem Bericht nach auf Zahlungen von bis zu 495 Mio. US-Dollar summieren – inklusive Upfront- und Meilensteinzahlungen. Ecnoglutide ist in China bereits für Typ-2-Diabetes zugelassen; ein Antrag für Gewichtsmanagement wird derzeit regulatorisch geprüft. In klinischen Daten wird eine placeboadjustierte Gewichtsreduktion von 15,1% in der chinesischen Bevölkerung genannt.

Der Deal passt in eine breiter angelegte GLP-1-Strategie: Im Quelltext werden außerdem die Übernahme von Metsera für rund 10 Mrd. US-Dollar sowie eine Vereinbarung über 1,9 Mrd. US-Dollar mit YaoPharma (Dezember 2025) als weitere Bausteine genannt.

Kursbild kurz eingeordnet

An der Kursentwicklung lässt sich zumindest ablesen: Der Titel hat sich zuletzt stabilisiert, bleibt aber auf Jahressicht im Minus. Der Schlusskurs von gestern lag bei 23,05 Euro, auf 12 Monate entspricht das einem Rückgang von 9,41%.

Bis zur nächsten großen Neubewertung dürfte es nun vor allem auf zwei Punkte ankommen: wie schnell sich die neue Onkologie-Zulassung in der Praxis durchsetzt – und wie zügig Pfizer den China-Deal rund um Ecnoglutide in konkrete Umsätze überführen kann, sobald die Prüfung für Gewichtsmanagement abgeschlossen ist.

Pfizer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Pfizer-Analyse vom 25. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Pfizer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Pfizer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Pfizer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...