Petrobras hat sich seit Ende Februar 2026 an die Spitze der großen Ölkonzerne gesetzt – gemessen am prozentualen Marktwert-Zuwachs. Hinter dem Kursanstieg stecken sowohl externe Ölpreiseffekte als auch konkrete strategische Schritte des Unternehmens.

Rekordkapitalisierung auf Brent-Rückenwind

Der Brent-Rohölpreis stieg im betrachteten Zeitraum um rund 49 % auf zuletzt etwa 115 Dollar je Barrel – und Petrobras profitierte überproportional. Der Marktwert des Konzerns wuchs um 18,9 % auf 127,5 Milliarden Dollar. In brasilianischer Landeswährung erreichte die Marktkapitalisierung 640 Milliarden Reais – ein Rekordwert, der im März 2026 gleich sechsmal in Folge übertroffen wurde.

Analysten weisen allerdings darauf hin, dass Petrobras trotz dieser Entwicklung weiterhin mit einem strukturellen Abschlag gegenüber internationalen Wettbewerbern bewertet wird. Als Hauptgrund gelten politische Risiken und das regulatorische Umfeld in Brasilien.

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Expansion und neue Explorationsfelder

Parallel zur Kursentwicklung treibt Petrobras seine Produktionsbasis aktiv aus. Das Unternehmen hat sein Vorkaufsrecht genutzt und erwirbt von Petronas einen 50-Prozent-Anteil an den Feldern Tartaruga Verde und Espadarte im Campos-Becken – für insgesamt 450 Millionen Dollar. Die Felder fördern derzeit rund 55.000 Barrel pro Tag.

Zusätzlich hat Petrobras eine Lizenz für eine neue Explorationskampagne an der brasilianischen Äquatorialmarge erhalten. Die erste Bohrung – die „Mae de Ouro"-Sondierungsbohrung im Potiguar-Becken – ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Beide Maßnahmen sind Teil eines Investitionsprogramms von 109 Milliarden Dollar bis 2030, das mehr als 69 Milliarden Dollar für Exploration und Produktion vorsieht.

Preispolitik und Marktstimmung

Trotz des hohen Ölpreises hat Petrobras signalisiert, die Dieselpreise vorerst nicht weiter anzuheben. Die letzte Anpassung erfolgte am 14. März 2026 mit einem Plus von 11,6 %. Die brasilianische Regulierungsbehörde ANP hatte am 20. März eine „außergewöhnliche Risikolage" für die nationale Kraftstoffversorgung ausgerufen – ein Hinweis auf den Druck, dem die Verteilungsnetze angesichts der gestiegenen Energiekosten ausgesetzt sind.

An den Derivatemärkten zeigt sich eine auffällig bullische Positionierung: Zuletzt wurden über 12.350 Call-Kontrakte auf Petrobras gehandelt – rund 1,1-mal das erwartete Volumen, bei einem Put/Call-Verhältnis von 0,33. Die nächsten Quartalszahlen werden am 11. Mai 2026 erwartet und dürften zeigen, ob die operative Entwicklung mit dem Kursanstieg Schritt hält.

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