Eigentlich sind stark steigende Ölpreise ein Segen für Energiekonzerne. Die brasilianische Regierung macht Petrobras nun allerdings einen Strich durch die Rechnung. Um die heimische Wirtschaft vor den Folgen des Nahostkonflikts zu schützen, greift Präsident Luiz Inácio Lula da Silva in den Markt ein – mit direkten Folgen für die Aktionäre.

Staatliche Eingriffe drücken auf die Marge

Auslöser der aktuellen Unruhe ist ein neues Gesetzespaket aus Brasília. Der Staat streicht die Steuern auf Diesel komplett und führt gleichzeitig eine Abgabe von 12 Prozent auf Rohölexporte ein. Zusätzlich erhalten Produzenten und Importeure bis Dezember 2026 staatliche Zuschüsse. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die lokalen Kraftstoffpreise angesichts der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten künstlich niedrig zu halten. Besonders der Agrarsektor Brasiliens, der mitten in einer Rekord-Sojuernte steckt, ist auf bezahlbaren Diesel angewiesen.

Als direkte Reaktion passte Petrobras die Großhandelspreise für Diesel erstmals seit über 400 Tagen leicht nach oben an. Durch die staatlichen Kompensationsmaßnahmen kommt bei den Verbrauchern an den Tankstellen davon effektiv kaum etwas an. Gleichzeitig stimmte der Vorstand des Unternehmens der Teilnahme an dem neuen staatlichen Subventionsprogramm zu.

Analysten werden vorsichtiger

An der Wall Street sorgt die politische Einmischung für Skepsis. Die Investmentbank Jefferies stufte das Papier umgehend auf "Halten" ab und senkte das Kursziel von 20,30 auf 19 US-Dollar. Analyst Alejandro Anibal Demichelis begründete den Schritt damit, dass die neue Exportsteuer dem Konzern den Hebel auf die hohen Ölpreise nimmt und die Fähigkeit zur Dividendenausschüttung einschränkt.

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An der Börse spiegelt sich diese Vorsicht wider: Die Aktie verzeichnete heute einen leichten Rückgang von 1,01 Prozent auf den aktuellen Kurs von 7,08 Euro, wenngleich sie seit Jahresbeginn immer noch ein starkes Plus von über 42 Prozent aufweist.

Starke Zahlen als Puffer

Dieser politische Gegenwind trifft das Unternehmen nach einem operativ extrem starken Jahresabschluss. Im vierten Quartal 2025 verzeichnete Petrobras dank Rekordexporten einen Nettogewinn von 15,6 Milliarden Reais. Die internationalen Verkäufe kletterten im Jahresvergleich um fast 42 Prozent nach oben.

Für das abgelaufene Quartal plant der Vorstand eine Ausschüttung von 8,1 Milliarden Reais an die Aktionäre. Finanzchef Fernando Melgarejo dämpfte jedoch umgehend die Erwartungen an weitere Geldregen und betonte, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keinen Spielraum für Sonderdividenden gebe.

Die kurzfristige finanzielle Entwicklung von Petrobras hängt nun maßgeblich von der Dauer des Nahostkonflikts und der konkreten Umsetzung der Subventionsrichtlinien ab. Am 16. April 2026 stimmt die Hauptversammlung zunächst über die vorgeschlagene reguläre Dividende ab. Bis auf Weiteres bleibt das Aufwärtspotenzial der Aktie durch die neue Exportsteuer klar gedeckelt.

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