Der Zahlungsdienstleister PayPal sieht sich mit einer massiven Vertrauenskrise konfrontiert. Nach verfehlten Quartalszielen, einkassierten Prognosen und dem plötzlichen Rauswurf des CEOs formiert sich nun juristischer Widerstand. Mehrere US-Kanzleien bündeln die Wut enttäuschter Aktionäre in Sammelklagen und werfen dem Management gezielte Täuschung vor.

Vorwurf der Anleger-Täuschung

Auslöser der Klagewelle war die Präsentation der Jahreszahlen Anfang Februar. Das Unternehmen verfehlte mit einem Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar die Markterwartungen. Besonders schwer wog der Einbruch beim zentralen "Branded Checkout"-Geschäft, dessen Wachstumsvolumen drastisch auf nur noch ein Prozent absackte. Als direkte Konsequenz musste der damalige Vorstandschef Alex Chriss sofort seinen Hut nehmen. Gleichzeitig strich der Konzern seine langfristigen Finanzziele für das Jahr 2027 komplett.

Kanzleien wie Hagens Berman und Bernstein Liebhard werfen der PayPal-Führungsriege nun vor, die Schwächen im Kerngeschäft systematisch verschleiert zu haben. Die Klageschriften argumentieren, dass die Vertriebsorganisation dem harten Wettbewerb durch Konkurrenten wie Apple Pay nicht gewachsen war. Die dem Markt kommunizierten Ziele für 2027 seien unter diesen operativen Bedingungen von vornherein unerreichbar gewesen. Der plötzliche Strategiewechsel vernichtete an nur einem Handelstag über zehn Milliarden US-Dollar an Börsenwert.

S&P 100 Rauswurf belastet zusätzlich

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Zu den rechtlichen Problemen gesellt sich ein struktureller Gegenwind. Vor Handelsbeginn am 23. März 2026 fliegt PayPal aus dem wichtigen S&P 100 Index. Dieser Schritt zwingt große Indexfonds und ETFs dazu, ihre Positionen entsprechend umzuschichten, was die Liquidität der Papiere beeinträchtigen kann.

Die anhaltende operative Schwäche spiegelt sich deutlich im aktuellen Kursbild wider. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 38,83 Euro hat der Titel seit Jahresbeginn fast 22 Prozent an Wert verloren und sucht weiterhin nach einem Boden.

Der seit Anfang März amtierende neue CEO Enrique Lores steht vor einer enormen Aufräumarbeit. Er hat die Gewinnprognose für 2026 bereits nach unten korrigiert. Bis zum 20. April 2026 haben geschädigte Investoren nun Zeit, sich als Hauptkläger für die Sammelklagen beim zuständigen US-Bezirksgericht in Kalifornien registrieren zu lassen. Diese Frist sowie die anstehenden Index-Umschichtungen in der kommenden Woche bilden die nächsten konkreten Hürden für das Unternehmen.

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