Palantir steht vor einer handfesten Herausforderung: Das US-Verteidigungsministerium hat den KI-Anbieter Anthropic als Lieferkettenrisiko eingestuft – mit direkten Folgen für Palantirs wichtigstes Militärprodukt. Gleichzeitig treiben Rekordwachstum und geopolitische Spannungen die Fantasie der Anleger an.

Das Anthropic-Problem

Das Maven Smart System, Palantirs KI-Plattform für militärische Geheimdienstanalyse und Waffensteuerung, basiert auf Workflows, die mit Anthropics Claude-Modell gebaut wurden. Nun müssen sämtliche Verteidigungsauftragnehmer bestätigen, dass sie Anthropics Technologie nicht mehr einsetzen. Präsident Trump ordnete die Einstellung der Zusammenarbeit an, das Pentagon erhielt sechs Monate für den Übergang.

Palantir hält Maven-Verträge mit dem Verteidigungsministerium und anderen Sicherheitsbehörden, die ein Gesamtvolumen von über einer Milliarde US-Dollar erreichen können. Das Unternehmen muss Claude nun durch ein anderes Modell ersetzen – sei es aus dem eigenen Stack oder von Anbietern wie OpenAI oder Cohere – und Teile der Software neu entwickeln. Wie schnell das gelingt, ohne Leistung und Sicherheitsstandards zu kompromittieren, entscheidet über die Langlebigkeit dieser Verträge.

Ironischerweise könnte die Situation auch neue Chancen eröffnen: Der Ausschluss Anthropics lenkt Pentagon-Aufträge auf bereits zugelassene Anbieter um – und Palantir zählt dazu.

Rekordwachstum als Rückenwind

Abseits des Anthropic-Umbaus lieferte Palantir zuletzt starke Zahlen. Im vierten Quartal 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,407 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte operative Ergebnis lag bei einer Marge von 57 Prozent, nach 45 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das US-Staatskundengeschäft wuchs im Gesamtjahr um 55 Prozent auf 1,85 Milliarden Dollar.

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Für 2026 erwartet das Management einen Umsatz von rund 7,19 Milliarden Dollar – ein Wachstum von etwa 61 Prozent. Das US-Kommerzgeschäft soll dabei auf über 3,14 Milliarden Dollar ansteigen, was einem Wachstum von mindestens 115 Prozent entspräche.

Hinzu kommt geopolitischer Rückenwind: Nach dem US-Angriff auf den Iran kletterte die Aktie in der vergangenen Woche um rund 15 Prozent. Wachsende Sicherheitsbedrohungen stärken die Nachfrage nach KI-gestützten Verteidigungsplattformen – einem Kerngeschäft, das etwa 60 Prozent des Palantir-Umsatzes ausmacht.

Analysten werden bullisher – Bewertung bleibt Streitpunkt

Das Analystenbild hat sich zuletzt deutlich verschoben. Daiwa Securities und UBS stuften die Aktie jeweils von „Neutral" auf „Kaufen" hoch und setzten Kursziele von 180 US-Dollar. UBS begründete den Schritt explizit mit der verbesserten Risiko-Rendite-Relation nach der Korrektur von rund 35 Prozent gegenüber den Hochs Ende 2025. Von 26 Analysten bewerten aktuell 15 die Aktie mit „Strong Buy".

Zentraler Diskussionspunkt bleibt die Bewertung: Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 243 setzt voraus, dass das Wachstum auf hohem Niveau verstetigt wird. Genau das zweifeln skeptischere Beobachter an – trotz der starken Fundamentaldaten.

Der Anthropic-Umbau ist das entscheidende operative Risiko der nächsten Quartale. Gelingt er zügig und ohne Qualitätsverluste in Maven Smart System, dürften die Milliarden-Verträge mit dem Pentagon unangetastet bleiben. Stockt die Migration, drohen Verzögerungen und potenzielle Vertragsrisiken – gerade in einem Segment, das das Wachstum trägt.

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