Palantir Aktie: Rückenwind, Risiko
Palantir bekommt diese Woche gleich zwei sehr unterschiedliche Signale: Rückenwind aus dem Gerichtssaal – und Gegenwind aus dem Pentagon. Während ein Urteil den Schutz von Know-how und Personal stärkt, droht im Verteidigungsgeschäft ein teurer Umbau. Wie gut kann das Unternehmen diesen Spagat operativ lösen?
Gericht stoppt Abwerbeversuch
Auslöser der positiven Stimmung war ein Erfolg vor einem US-Bundesgericht. Palantir erwirkte eine Anordnung, die drei ehemalige Mitarbeiter daran hindert, Personal abzuwerben und vertrauliche Informationen für das KI-Startup Percepta AI zu nutzen.
Richter J. Paul Oetken sah es als wahrscheinlich an, dass Percepta-CEO Hirsh Jain und Mitgründerin Radha Jain Zusagen gebrochen haben, keine Beschäftigten des früheren Arbeitgebers abzuwerben. Außerdem soll eine von Percepta rekrutierte Softwareentwicklerin vermutlich gegen eine Vertraulichkeitsvereinbarung verstoßen haben. Der Richter begründete den Eingriff damit, Palantir drohe sonst „irreparabler Schaden“. Gleichzeitig wurden Palantirs Wettbewerbsverbote als zu weit gefasst eingestuft – einige Personen dürfen daher bei Percepta bleiben. Percepta AI wird von General Catalyst unterstützt.
Pentagon-Verbot erzwingt Umbau bei Maven
Unter der Oberfläche ist die Lage komplizierter. Laut Reuters gerät Palantirs militärische KI-Plattform „Maven Smart Systems“ unter Druck, nachdem das Pentagon Auftragnehmer angewiesen hat, Geschäftsbeziehungen zu Anthropic zu stoppen. Hintergrund: Das US-Verteidigungsministerium stufte Anthropic als Risiko für die nationale Sicherheit in der Lieferkette ein. Damit darf Anthropic keine Geschäfte mehr mit dem Militär machen – und seine KI-Dienste sollen in allen Verteidigungsprojekten ersetzt werden.
Für Palantir heißt das konkret: Workflows, die bisher auf Anthropics Modell „Claude“ aufbauen, müssen auf alternative Modelle umgestellt werden. Eine Quelle spricht davon, dass Teile der Maven-Plattform dafür neu gebaut werden müssen. Brisant ist das vor allem wegen der Größenordnung: Maven-bezogene Verträge mit dem Verteidigungsministerium und weiteren Sicherheitsbehörden könnten laut Bericht einen potenziellen Wert von mehr als 1 Milliarde Dollar erreichen.
Palantir betont zwar grundsätzlich einen „Multi-Model“-Ansatz: Die Plattform unterstützt verschiedene große Sprachmodelle. In bestimmten klassifizierten Maven-Workflows soll Claude aber der einzige freigegebene und optimierte Anbieter gewesen sein. Immerhin: Das Pentagon erlaubt Anthropic wohl noch bis zu sechs Monate Leistungen zu erbringen, während auf andere Anbieter umgestellt wird. Dieses Zeitfenster verschafft Palantir Luft – aber der Umbau bleibt ein Execution-Thema.
Fundamentale Stärke – mit Nebengeräuschen
Operativ kommt Palantir aus einem starken Quartal. Im vierten Quartal stieg der Umsatz um 70% auf rund 1,41 Milliarden Dollar, das bereinigte Ergebnis je Aktie (Non-GAAP) legte um 79% auf 0,25 Dollar zu. Treiber war vor allem die Nachfrage nach der KI-Plattform: Das Geschäft mit US-Kunden aus dem kommerziellen Bereich wuchs um 137%, die Umsätze mit US-Regierungskunden um 66%.
Parallel verschiebt sich das Bild am Markt. UBS hob die Aktie von „Neutral“ auf „Buy“ an und setzte ein Kursziel von 180 Dollar – begründet mit dem vorherigen Kursrückgang, einer aus Sicht der Bank günstigeren Chancen-Risiko-Lage sowie der angehobenen Umsatzperspektive für 2026 (rund 7,19 Milliarden Dollar).
Allerdings gab es auch ein Störsignal: Zwischen dem 20. Februar und dem 3. März 2026 summierten sich Insiderverkäufe von CEO Alex Karp und Verwaltungsratsmitglied Peter Thiel laut Bericht auf über 400 Millionen Dollar, teils als vorab geplante Verkäufe.
Auch chartseitig wirkt die Aktie zuletzt heiß gelaufen: In den bereitgestellten Daten liegt der RSI (14 Tage) bei 78,8, was auf eine kurzfristig sehr starke Dynamik hindeutet. Am Freitag schloss der Titel bei 135,40 Euro.
Zum konkreten Stresstest wird nun die Übergangsphase im Verteidigungsbereich: In den kommenden sechs Monaten muss Palantir Claude in sensiblen Maven-Workflows ersetzen und dabei gleichzeitig das zuletzt starke Wachstum im US-Kommerzgeschäft verteidigen.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 07. März liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 07. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








