Die Palantir-Aktie sorgt nach starken Quartalszahlen für Aufsehen an der Wall Street. Deutsche Bank erhöhte am Dienstag das Kursziel von 160 auf 200 Dollar – behält aber dennoch das Hold-Rating bei. Der Grund: Trotz wachsenden Vertrauens in das Geschäftsmodell bleibt die Bewertung eine Herausforderung.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 364,88 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 57,04 bewegt sich die Aktie in extremen Sphären. Deutsche Bank rechnet vor: Auf Basis der 2027er-Schätzungen liegt das Unternehmen beim 70-Fachen des Enterprise Value zu Free Cashflow. Bezieht man die aktienbasierte Vergütung mit ein, steigt dieser Multiplikator auf rund 93.

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Spektakuläres Wachstum übertrifft alle Erwartungen

Die Zahlen für das vierte Quartal 2025 sprechen eine klare Sprache. Der Umsatz schoss um 70 Prozent auf 1,407 Milliarden Dollar nach oben und übertraf damit sowohl die HSBC-Schätzung von 1,342 Milliarden Dollar als auch den Analystenkonsens von 1,340 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis (Non-GAAP) explodierte um 114 Prozent auf 798 Millionen Dollar.

Besonders beeindruckend: Die operative Marge verbesserte sich um 11,7 Prozentpunkte auf 56,8 Prozent. Der Gewinn je Aktie kletterte um 84,9 Prozent auf 0,25 Dollar und schlug die Erwartungen um 2 Cent. HSBC reagierte prompt und stufte die Aktie von Hold auf Buy hoch – mit einem Kursziel von 205 Dollar.

Das US-Geschäft mit kommerziellen Kunden entwickelt sich zum Wachstumsmotor. Im vierten Quartal 2025 schoss dieser Bereich um 137 Prozent auf 507 Millionen Dollar nach oben. Für 2026 prognostiziert HSBC einen Gesamtumsatz von 7,527 Milliarden Dollar – ein Plus von 68,2 Prozent.

Milliarden auf dem Konto, doch Aktionäre warten auf Rückflüsse

Palantir sitzt auf Cash-Reserven von 7,2 Milliarden Dollar. Die geplanten Aktienrückkäufe für 2025 fallen mit nur 75 Millionen Dollar jedoch bescheiden aus. Deutsche Bank merkt an, dass diese Diskrepanz zunehmend die Aufmerksamkeit von Aktionären auf sich zieht, die auf Kapitalrückführungen drängen.

Der Gesamtwert neu abgeschlossener Verträge erreichte im vierten Quartal 2025 mit 1,344 Milliarden Dollar einen neuen Rekord – eine Steigerung gegenüber 1,310 Milliarden Dollar im Vorquartal. Dies deutet auf weiteres Aufwärtspotenzial beim Umsatz hin, auch wenn Branchenbeobachter zunehmend Fragen zum Return on Investment bei Enterprise-KI-Projekten stellen.

Rechtsstreit mit KI-Startup belastet

Während die Geschäftszahlen glänzen, brodelt es juristisch. Seit Oktober 2025 verklagt Palantir das KI-Startup Percepta AI. Die Vorwürfe wiegen schwer: CEO Hirsh Jain und Mitgründerin Radha Jain sollen geheime Informationen gestohlen und Top-Mitarbeiter abgeworben haben. Auch Ex-Mitarbeiterin Joanna Cohen steht unter Verdacht, vertrauliche Dokumente unrechtmäßig weitergegeben zu haben.

Percepta weist alle Vorwürfe zurück und bezeichnet die Klage als grundlos. Die Anwälte werfen Palantir Einschüchterung vor: "Tatsächlich versucht Palantir, andere davon abzuschrecken, das Unternehmen zu verlassen, und Percepta zu zerstören, bevor es weiter wachsen kann." Tiefgehende Durchsuchungen hätten keinerlei Palantir-Materialien zutage gefördert. Die umstrittenen Screenshots seien in gutem Glauben erstellt worden und für Percepta mittlerweile wertlos.

Die Aktie legte im vergangenen Jahr um 76,45 Prozent zu, gab in der letzten Woche aber 10,83 Prozent nach. Deutsche Bank bleibt vorsichtig: Die Möglichkeit, dass Palantir in seine Bewertung hineinwächst, werde zwar wahrscheinlicher – doch bis dahin bleibt die Luft dünn.

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