Orsted hat einen schwachen Wochenstart hinter sich: Die Aktie gab gestern trotz positiver Unternehmensnachrichten deutlich nach. Im Mittelpunkt standen ein höheres Kursziel der Deutschen Bank, Fortschritte bei US-Projekten und Berichte über eine mögliche strategische Öffnung für chinesische Windturbinen. Gleichzeitig drückten neue Zoll-Drohungen aus den USA spürbar auf die Stimmung.

Strategische Weichenstellungen

Die Deutsche Bank hat ihr Bewertungsmodell für Orsted überarbeitet. Analyst James Brand erhöhte das Kursziel von 120 DKK auf 130 DKK und bestätigte die Einstufung „Hold“ (Neutral). Begründung: Das Ertragsprofil je Aktie verbessert sich, auch wenn der Sektor nach der starken Rally 2025 kurzfristig weniger Aufwärtspotenzial biete.

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Parallel dazu berichten Branchenmedien von einem möglichen Kurswechsel in der Beschaffungsstrategie. Unter dem internen Namen „Project Dragon“ prüft Orsted demnach den Einsatz chinesischer Windturbinen für Projekte in den Jahren 2026 bis 2028. Dahinter steht der Versuch, die hohen Kosten im Offshore-Windbereich über günstigere Hardware besser in den Griff zu bekommen – trotz der geopolitischen Brisanz chinesischer Technologie in westlichen Infrastrukturprojekten.

Operativ kam aus den USA ein wichtiges Signal: Ein Bundesrichter hob einen Stopp-Bescheid für das Offshore-Projekt „Revolution Wind“ auf. Das Gericht stellte fest, dass die zuvor verfügte Unterbrechung zu irreparablen finanziellen Schäden von rund 1,5 Mio. US-Dollar pro Tag geführt habe. Orsted darf die Bauarbeiten damit fortsetzen; das Projekt gilt als zu etwa 90 % fertiggestellt.

Kernpunkte im Überblick:

  • Kurszielanhebung der Deutschen Bank von 120 auf 130 DKK, Rating „Hold“
  • „Project Dragon“: Prüfung chinesischer Turbinen für Projekte 2026–2028
  • US-Gericht erlaubt Fortsetzung des nahezu fertiggestellten Projekts „Revolution Wind“
  • AlphaValue/Baader erhöht EPS-Prognose 2026 nach Wiederaufnahme der US-Aktivitäten

US-Zölle überschatten positive Nachrichten

Trotz dieser operativen und strategischen Fortschritte verlor die Aktie gestern über 4 % auf 129,80 DKK. Auslöser waren neue Drohungen der Trump-Regierung, zusätzliche Zölle auf importierte Komponenten für erneuerbare Energien zu verhängen.

Der gesamte Sektor reagierte belastet, wobei Orsted stärker unter Druck kam als einige Ausrüster wie Vestas oder Siemens Energy. Anleger fürchten, dass künftige US-Projekte wirtschaftlich an Attraktivität verlieren könnten, sollten neue Importzölle die Kosten nach oben treiben. Diese politischen Risiken überlagerten die positiven Effekte aus der Wiederaufnahme von Revolution Wind und den Fortschritten beim polnischen Projekt Baltica 2, wo nach Angaben vom gestrigen Tag die ersten Monopiles in Bewegung sind.

Auch auf der Bewertungsseite gibt es Anpassungen: AlphaValue/Baader Europe hat bereits am 16. Januar die Gewinnprognosen je Aktie für 2026 angehoben. Grundlage ist die Einschätzung, dass die Wiederaufnahme der US-Aktivitäten die künftigen Cashflows stabilisiert.

Ausblick auf Zahlen und Bewertung

Der nächste klare Fixpunkt ist der Jahresbericht, der am 6. Februar veröffentlicht werden soll. Dann dürfte das Management detaillierter auf „Project Dragon“ eingehen und erläutern, wie sich eine mögliche Einbindung chinesischer Turbinen in die Lieferkette auf Regulierung und Projektökonomie in Europa und den USA auswirken könnte.

Charttechnisch bewegt sich die Aktie in einer 52-Wochen-Spanne zwischen 122,00 DKK und 136,10 DKK. Mit 129,80 DKK liegt der Kurs aktuell im Mittelfeld dieser Bandbreite. Analysten bleiben insgesamt zurückhaltend: Die erzielten Fortschritte bei der Projektumsetzung stehen einem schwer kalkulierbaren politischen Umfeld im wichtigen US-Markt gegenüber, was die Bewertung vorerst begrenzt.

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