Orsted Aktie: Gerichtsstreit belastet
Orsted geht in den USA juristisch gegen einen Baustopp für seinen nahezu fertiggestellten Offshore-Windpark Revolution Wind vor. Im Kern geht es um den Versuch, ein milliardenschweres Projekt vor einem möglichen Aus zu bewahren. Gelingt die Aufhebung der Verfügung, könnte ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Aktie kurzfristig wegfallen.
Klage gegen Baustopp in den USA
Der dänische Konzern hat gemeinsam mit Partner Skyborn Renewables beim U.S. District Court for the District of Columbia Klage eingereicht und beantragt eine einstweilige Verfügung gegen den Bundesstaat. Ziel ist es, einen am 22. Dezember 2025 erlassenen „Stop-Work“-Beschluss des Innenministeriums aufzuheben.
Im Zentrum steht der Offshore-Windpark Revolution Wind mit einem Investitionsvolumen von rund 5 Milliarden US-Dollar. Laut Gerichtsunterlagen ist das Projekt zu 87 % fertiggestellt, 56 der geplanten 65 Turbinen wurden bereits installiert. Der Start der Stromproduktion war für diesen Monat vorgesehen, bevor das Innenministerium den Pachtvertrag wegen angeblicher „nationaler Sicherheitsbedenken“ und möglicher Radarstörungen aussetzte.
Orsted und Skyborn bewerten die Suspendierung als willkürlich und existenzbedrohend für das Projekt. In der Klageschrift verweisen die Partner darauf, dass die wesentlichen Investitionen bereits getätigt oder vertraglich gebunden sind. Konkrete tägliche Kosten nennt Orsted zwar nicht, doch ein vergleichbares Projekt des Branchenkollegen Dominion Energy weist Verzögerungskosten von über 5 Millionen US-Dollar pro Tag aus. Die Anwälte von Orsted drängen daher auf eine umgehende gerichtliche Verfügung, um die Bauarbeiten abschließen zu können, und verweisen darauf, dass der Windpark zuvor jahrelange Prüfungen des Verteidigungsministeriums zur Radarverträglichkeit durchlaufen hatte.
Branchenkonflikt mit politischer Dimension
Die Klage macht Orsted zu einem der prominentesten Akteure in einem breiteren Konflikt zwischen der US-Regierung und der Offshore-Windbranche. Das Unternehmen steht dabei nicht allein: Equinor hat am 2. Januar eine ähnliche Klage zum Empire-Wind-Projekt eingereicht, das zu mehr als 60 % fertiggestellt ist, und Dominion Energy wehrt sich gegen Einschränkungen beim Coastal Virginia Offshore Wind-Projekt.
Für die Aktionäre von Orsted ist die Situation hochriskant. Die Aktie hatte 2025 bereits mehr als 30 % verloren, belastet durch hohe Zinsen und Lieferkettenprobleme im Sektor. Marktanalysten werten die aktuelle Aussetzung wegen „nationaler Sicherheit“ überwiegend als politisch motiviertes Hindernis, zumal ein Bundesrichter im August 2025 ein früheres, umfassenderes Moratorium für Windprojekte bereits aufgehoben hatte.
Die nun verhängte Suspendierung bindet Vermögenswerte in Milliardenhöhe, ohne dass Erlöse fließen. Spezialisierte Installationsschiffe und Crews stehen ungenutzt bereit, was aus einer fast produktionsreifen Anlage kurzfristig eine kostspielige Belastung macht.
Mögliche Auswirkungen auf Bilanz und Kurs
Im Fokus steht nun das Gericht in Washington D.C., das aufgrund der vorgetragenen Dringlichkeit voraussichtlich zügig über den Antrag auf einstweilige Verfügung entscheiden wird. Ein Urteil zugunsten des Innenministeriums könnte Orsted zu einer vollständigen Abschreibung des Projekts zwingen und die Bilanz 2026 deutlich belasten.
Erlaubt das Gericht dagegen die Wiederaufnahme der Arbeiten, wäre der unmittelbare Projektrisikoabschlag aus Sicht des Marktes weitgehend entschärft. In diesem Szenario wäre eine Entlastungsreaktion im Aktienkurs plausibel. Die anstehende Entscheidung des District Court in den kommenden Tagen dürfte damit zum zentralen Kurstreiber für die Orsted-Aktie werden.
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