Orsted steht in den USA vor einer heiklen Hängepartie: Zwei große Offshore-Windprojekte wurden per Regierungsanordnung gestoppt, der Konzern wehrt sich nun mit Eilanträgen vor Gericht. Für die Aktie geht es damit nicht nur um Politik, sondern um bereits gebundenes Milliardenkapital und den Zeitplan künftiger Erträge.

  • Kurs zuletzt: 130,45 DKK, leichter Anstieg zum Wochenschluss
  • Streitpunkt: Stopp und Aussetzung von Offshore-Leases durch US-Behörde BOEM
  • Betroffene Projekte: Sunrise Wind (New York), Revolution Wind (Neuengland)
  • Analystenblick: Goldman Sachs hebt Kursziel auf 145 DKK an, Rating bleibt „Neutral“

Rechtsstreit um Projektstopp

Auslöser der aktuellen Unsicherheit ist die Reaktion Orsteds auf jüngste Anordnungen der US-Regierung. Gemeinsam mit Joint-Venture-Partnern hat der Konzern beim U.S. District Court for the District of Columbia Anträge auf einstweilige Verfügungen eingereicht.

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Diese richten sich gegen „Stop-Work Orders“ und die Suspendierung von Pachtverträgen, die das Bureau of Ocean Energy Management (BOEM) Ende Dezember 2025 erlassen hat. Betroffen sind:

  • Sunrise Wind: 924-MW-Projekt vor der Küste des Bundesstaats New York
  • Revolution Wind: 704-MW-Projekt vor der Neuengland-Küste (Joint Venture mit Skyborn Renewables)

Die US-Regierung verweist auf „nationale Sicherheitsrisiken“ und eingestufte Berichte als Grundlage für die Maßnahmen. Orsted hält die Eingriffe für rechtswidrig und sieht etablierte Genehmigungsprozesse unterlaufen.

Projektfortschritt und Risiko

Besonders brisant ist der Zeitpunkt des Stopps, da beide Windparks bereits weit fortgeschritten sind.

  • Revolution Wind: Rund 87 % fertiggestellt, laut Orsted fehlen noch sieben Turbinen.
  • Sunrise Wind: Rund 45 % fertiggestellt; 44 der 84 Monopile-Fundamente sowie die Offshore-Konverterstation sind installiert.

Anleger bewerten nun das Spannungsfeld zwischen einem möglicherweise längeren Komplettstopp und den bereits getätigten Investitionen. Orsted warnt vor „erheblichem Schaden“, falls die Suspendierung der Pachtverträge bestehen bleibt. Beide Projekte sollten frühestens ab Oktober 2026 Strom einspeisen und damit zur Cash-Generierung beitragen.

Kursentwicklung und Analystenreaktion

Trotz der politischen Belastungsfaktoren zeigte die Aktie zum Wochenschluss etwas Stabilität. Der Kurs schloss am Freitag bei 130,45 DKK. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 96,38 DKK aus August 2025 entspricht dies einem Anstieg von 35,36 %.

Unterstützung kam zuletzt von einer Kurszielanpassung: Goldman Sachs erhöhte das Ziel für Orsted von 120 auf 145 DKK und beließ die Einstufung auf „Neutral“. Die Analysten signalisieren damit, dass ein Teil der politischen Risiken nach dem Kursrückgang im Dezember bereits eingepreist sein dürfte, auch wenn das Umfeld weiter unsicher bleibt.

Ausblick: Gericht als Taktgeber

Kurzfristig hängt vieles am Urteil des U.S. District Court über die beantragten einstweiligen Verfügungen. Eine Entscheidung zugunsten Orsteds, die eine Wiederaufnahme der Bautätigkeit erlaubt, könnte als deutlicher Kurstreiber wirken. Bestätigt das Gericht dagegen die auf unbestimmte Zeit geltende Suspendierung mit Verweis auf nationale Sicherheit, drohen Orsted substanzielle Abschreibungen auf die in beide Projekte geflossenen Milliardeninvestitionen.

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