Der Software-Gigant Oracle steht vor den wichtigsten Quartalszahlen der letzten Jahre. Während das Unternehmen einen gigantischen Auftragsbestand von über 500 Milliarden US-Dollar vorweisen kann, wachsen am Markt die Zweifel. Explodierende Schulden für den KI-Ausbau und Verzögerungen bei wichtigen Rechenzentren werfen eine drängende Frage auf: Kann Oracle seine teuren KI-Ambitionen tatsächlich in handfeste Gewinne ummünzen?

Die Skepsis der Investoren spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider. Seit dem Jahreswechsel hat der Titel bereits knapp 23 Prozent an Wert verloren und notiert mittlerweile mehr als 54 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Verantwortlich für diesen massiven Einbruch sind primär die enormen Kosten für den Aufbau der KI-Infrastruktur. Um seine Cloud-Verträge bedienen zu können, plant Oracle für das Geschäftsjahr 2026 Investitionen in Höhe von rund 50 Milliarden US-Dollar. Das treibt die langfristige Schuldenlast auf über 100 Milliarden US-Dollar und drückt den freien Cashflow tief in den negativen Bereich.

Auftragsbestand vs. Realität

Auf dem Papier sieht die Zukunft rosig aus. Der Auftragsbestand (RPO) erreichte zuletzt den Rekordwert von 523 Milliarden US-Dollar. Doch der Markt hinterfragt zunehmend, wie schnell diese Summen tatsächlich umsatzwirksam werden. Der entscheidende Indikator für die Wall Street ist daher nicht die bloße RPO-Gesamtsumme, sondern das Wachstum der Cloud-Infrastruktur (IaaS). Hier müssen die Zahlen belegen, dass die zugesagten Deals auch zeitnah abgewickelt werden. Analysten erwarten für das abgelaufene dritte Quartal ein Umsatzplus von rund 20 Prozent auf knapp 17 Milliarden US-Dollar.

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Das OpenAI-Risiko

Zusätzliche Brisanz erhält die Situation durch die komplexe Partnerschaft mit OpenAI. Jüngste Berichte deuten darauf hin, dass sich OpenAI aus der geplanten "Stargate"-Rechenzentrumserweiterung zurückgezogen hat. Der Grund: Verzögerungen bei der Stromversorgung würden dazu führen, dass die aktuell verbauten Nvidia-Chips bei Eröffnung bereits veraltet wären. Auch wenn Insider betonen, dass andere gemeinsame Projekte im Zeitplan liegen, schürt dies die Sorge vor operativen Stolpersteinen beim Ausbau der Kapazitäten. Eine im Februar eingereichte Sammelklage wegen angeblichen Wertpapierbetrugs belastet die Stimmung zusätzlich.

Die Analystengemeinde geht entsprechend gespalten in die heutige Zahlenvorlage. Während einige Experten wie RBC Capital ihre Kursziele aufgrund der Finanzierungssorgen deutlich auf 160 US-Dollar gesenkt haben, halten andere an langfristigen Kaufszenarien fest. Wenn Oracle heute nach US-Börsenschluss seine Bücher öffnet, muss CEO Safra Catz zwingend beweisen, dass das Umsatzwachstum im Cloud-Segment die rasant steigenden Infrastrukturkosten ausgleichen kann. Nur handfeste Fortschritte bei der Abarbeitung des Auftragsbestands können den aktuellen Abwärtstrend stoppen.

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