Der Softwarekonzern Oracle steht unmittelbar vor der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen unter gewaltigem Druck. Berichte über einen historischen Stellenabbau, explodierende Schulden und gestoppte Rechenzentrum-Projekte zeichnen das Bild eines Unternehmens im teuren KI-Umbau. Kann das Management die wachsenden Sorgen der Investoren rechtzeitig zerstreuen?

Der teure Preis der KI-Expansion

Die aggressive Expansion im Bereich der Künstlichen Intelligenz fordert ihren Tribut. Um den enormen Kapitalbedarf für neue KI-Rechenzentren abzufedern, plant Oracle laut übereinstimmenden Medienberichten die Streichung von 20.000 bis 30.000 Stellen. Dieser Schritt könnte bis zu zehn Milliarden US-Dollar freisetzen und betrifft voraussichtlich Abteilungen im gesamten Konzern. Gleichzeitig friert das Unternehmen Neueinstellungen in der wichtigen Cloud-Sparte ein.

Die finanzielle Belastung ist enorm. Die Unternehmensschulden sind auf über 100 Milliarden US-Dollar angewachsen, und im laufenden Jahr sollen weitere 50 Milliarden US-Dollar aufgenommen werden. Im aktuellen Zinsumfeld werden die Finanzierungskosten zu einer spürbaren Belastung. Diese Unsicherheit spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider: Nach der anfänglichen KI-Euphorie hat die Aktie seit ihrem 52-Wochen-Hoch im vergangenen September mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren und notiert aktuell bei knapp 130 Euro.

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Rückschläge bei der Infrastruktur

Erschwerend hinzu kommen Komplikationen bei wichtigen Infrastrukturprojekten. Pläne für die massive Erweiterung des gemeinsam mit OpenAI genutzten „Stargate“-Rechenzentrums in Texas wurden offenbar aufgrund von Finanzierungshürden und veränderten Bedarfsprognosen gestrichen. Oracle wehrt sich zwar gegen eine allzu negative Auslegung der Berichte und betont, dass der Basis-Ausbau nach Plan laufe.

Dennoch wächst die juristische Angriffsfläche. Im Februar wurde eine Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs eingereicht. Kläger werfen dem Management vor, die immensen Vorleistungskosten der KI-Strategie ohne entsprechende kurzfristige Umsatzsteigerungen verschwiegen zu haben.

Starkes Fundament als Rettungsanker

Trotz dieser Belastungsfaktoren steht das operative Geschäft auf einem soliden Fundament. Im vergangenen Quartal verzeichnete Oracle ein starkes Cloud-Umsatzwachstum von 34 Prozent und baute den vertraglich zugesicherten Auftragsbestand auf gigantische 523 Milliarden US-Dollar aus. Marktbeobachter wie die Scotiabank werten die hohen Investitionen weiterhin positiv. Sie sehen darin die notwendige Grundlage für zukünftiges Ertragswachstum und gehen davon aus, dass die geplanten Kapitalmaßnahmen die Finanzierungssorgen bald lindern werden.

Am morgigen Dienstag nach US-Börsenschluss wird das Management die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal präsentieren. Dann muss Oracle nicht nur die ambitionierten Wachstumsziele im Cloud-Geschäft bestätigen, sondern auch konkrete Fakten zum Umfang des Stellenabbaus und zur langfristigen Finanzierung der KI-Strategie auf den Tisch legen.

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