Oracle hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die Erwartungen der Analysten in allen wichtigen Bereichen übertroffen. Das Cloud-Geschäft wächst schneller als erwartet, der Auftragsbestand explodiert – und trotzdem bleibt eine zentrale Frage offen: Kann das Unternehmen seine rasant wachsende Schuldenlast in den Griff bekommen?

Ein Quartal mit historischer Note

Zum ersten Mal seit mehr als 15 Jahren wuchsen Oracles organischer Gesamtumsatz und der bereinigte Gewinn je Aktie gleichzeitig um mehr als 20 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,79 Dollar, gegenüber einer Analystenschätzung von 1,70 Dollar. Der Gesamtumsatz erreichte 17,19 Milliarden Dollar und übertraf damit den Konsens von 16,91 Milliarden Dollar.

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Das Herzstück des Wachstums ist die Cloud-Infrastruktur. Der Umsatz in diesem Segment sprang um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar – Analysten hatten lediglich 79 Prozent erwartet, im Vorquartal lag die Wachstumsrate noch bei 68 Prozent. Die Beschleunigung ist damit klar erkennbar.

Auftragsbestand als Vertrauensbeweis

Besonders auffällig ist die Entwicklung der noch nicht realisierten Vertragserlöse. Dieser vorausschauende Indikator für künftige Umsätze stieg um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar. Den Großteil dieses Zuwachses machen großvolumige KI-Verträge aus, bei denen Oracle nach eigenen Angaben keine zusätzlichen Mittel benötigt – die notwendige Hardware wird entweder durch Kundenzahlungen im Voraus finanziert oder direkt vom Kunden gestellt.

Für das Geschäftsjahr 2027 hob Oracle seine Umsatzprognose auf 90 Milliarden Dollar an. Analysten hatten zuvor mit 86,6 Milliarden Dollar gerechnet. Für das laufende vierte Quartal erwartet das Unternehmen ein Cloud-Umsatzwachstum von 46 bis 50 Prozent.

Die Schuldenfrage bleibt

Die starken Zahlen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Oracles Bilanz unter erheblichem Druck steht. Die Gesamtverschuldung lag zuletzt bei 108,1 Milliarden Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber 92,6 Milliarden Dollar am Ende des vergangenen Geschäftsjahres. Im Februar kündigte Oracle an, bis zu 50 Milliarden Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen; innerhalb weniger Tage wurden davon bereits 30 Milliarden Dollar platziert.

Moody's bewertet Oracle mit Baa2 – zwei Stufen über dem Ramsch-Niveau und damit schlechter als Amazon, Alphabet, Meta oder Microsoft. Hinzu kommt: Das Cloud-Infrastrukturgeschäft, das auf dem Vermieten von Nvidia-Chips basiert, erzielt geringere Margen als das klassische Softwarelizenzgeschäft. In den vergangenen zwölf Monaten wies Oracle einen negativen freien Cashflow von 13,18 Milliarden Dollar aus.

Am Rande des Earnings Calls bestätigte CFO Doug Kehring zudem, dass Oracle nach der Trennung von ByteDance eine Beteiligung von 15 Prozent an TikTok US hält und einen Sitz im Vorstand einnimmt.

Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von zeitweise 15 Prozent auf die Ergebnisse, liegt auf Jahressicht aber weiterhin deutlich im Minus. Das Spannungsverhältnis zwischen starkem Umsatzwachstum und hoher Verschuldung wird sich erst dann auflösen, wenn der freie Cashflow in positives Terrain dreht und die Schulden stabilisiert sind – beides ist für das laufende Geschäftsjahr noch nicht in Sicht.

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