Oracle Aktie: Riskante KI-Offensive
Oracle spaltet derzeit die Geister an der Wall Street wie kaum ein zweiter Tech-Konzern. Während ein rekordverdächtiger Auftragsbestand von über 500 Milliarden US-Dollar gewaltige KI-Fantasie weckt, schrillen bei den Finanzen die Alarmglocken. Explodierende Ausgaben und ein negativer Cashflow werfen eine drängende Frage auf: Kann der Software-Riese seine gigantischen Infrastruktur-Investitionen schnell genug in echte Gewinne verwandeln, bevor die Schuldenlast zu drückend wird?
Teure Wachstumsträume
Die Aktie notiert aktuell deutlich unter ihren Höchstständen vom September 2025, als der Kurs noch bei über 280 US-Dollar lag. Der Grund für die Zurückhaltung der Anleger liegt in den jüngsten Quartalszahlen vom Dezember. Zwar verfehlte der Umsatz die Erwartungen nur knapp, doch die Ausgabenseite sorgte für Ernüchterung.
Oracle investiert massiv in den Ausbau seiner Rechenzentren, um im KI-Wettlauf mitzuhalten. Die Investitionsausgaben (Capex) sprangen im zweiten Quartal auf 12 Milliarden US-Dollar – Analysten hatten lediglich mit 8 Milliarden gerechnet. Diese aggressive Strategie drückte den Free Cash Flow tief in den roten Bereich auf minus 10 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig wuchs der Schuldenberg auf über 108 Milliarden US-Dollar an. Die Anhebung der Investitionsprognose für das Gesamtjahr auf 50 Milliarden US-Dollar signalisiert, dass das Management diesen teuren Kurs beibehalten wird.
Licht und Schatten im operativen Geschäft
Operativ zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Das klassische Softwaregeschäft schwächelt und schrumpfte zuletzt um 3 Prozent. Im Gegensatz dazu floriert das Cloud-Segment (OCI) mit einem Wachstum von 34 Prozent. Besonders die Strategie, Oracle-Datenbanken direkt in die Cloud-Umgebungen der Konkurrenz (wie AWS oder Azure) zu integrieren, zahlt sich aus: Dieses Segment verzeichnete ein explosives Wachstum von über 800 Prozent.
Das 500-Milliarden-Dollar-Versprechen
Das stärkste Argument der Optimisten ist der Auftragsbestand (Remaining Performance Obligations, RPO), der sich auf 523 Milliarden US-Dollar mehr als vervierfacht hat. Ein Großteil davon entfällt auf einen gigantischen Mehrjahresvertrag mit OpenAI im Wert von angeblich 300 Milliarden US-Dollar.
Genau hier sehen Kritiker jedoch ein erhebliches Klumpenrisiko. Der OpenAI-Deal könnte bis 2028 fast 30 Prozent der künftigen Umsätze ausmachen. Sollte das KI-Startup Finanzierungsprobleme bekommen oder seine Strategie ändern, stünde Oracles Wachstumskalkulation auf wackeligen Beinen. Analysten sehen zwar mit einem durchschnittlichen Kursziel von über 310 US-Dollar noch deutliches Potenzial, machen dies aber von einer sauberen Exekution abhängig.
Für eine nachhaltige Rückkehr zu alten Höchstständen muss Oracle nun drei konkrete Beweise liefern: Die erfolgreiche Umwandlung des Papier-Auftragsbestands in verbuchte Umsätze, die Stabilisierung des Cashflows und die Verteidigung der Kreditwürdigkeit trotz steigender Verschuldung.
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