Oracle Aktie: Stellenabbau
Oracle steht vor einer Woche, die es in sich hat: Berichte über den Abbau von mehreren Tausend Jobs treffen auf die anstehenden Quartalszahlen am 10. März. Dahinter steckt kein isolierter Sparkurs, sondern der Versuch, ein extrem teures KI-Infrastrukturprogramm finanziell in den Griff zu bekommen. Wie gut das gelingt, dürfte das Vertrauen der Anleger spürbar prägen.
Jobkürzungen als Reaktion auf Kostenrucksack
Laut einem Bloomberg-Bericht plant Oracle den Abbau von Tausenden Stellen. Betroffen sein sollen mehrere Bereiche des Konzerns, die Umsetzung könnte noch in diesem Monat starten. Ein Teil der Einschnitte zielt demnach auf Tätigkeiten, die Oracle künftig weniger braucht – weil KI Aufgaben übernimmt.
Auffällig ist der Umfang: Die Kürzungen sollen breiter ausfallen als die üblichen, laufenden Anpassungen. Intern kündigte Oracle diese Woche zudem an, viele offene Stellenanzeigen in der Cloud-Sparte zu überprüfen – de facto eine Verlangsamung oder ein Einstellungsstopp. Offiziell wollte Oracle den Bericht nicht kommentieren. Ende Mai 2025 zählte das Unternehmen rund 162.000 Beschäftigte weltweit.
Der Kern: KI-Ausbau frisst kurzfristig Cash
Der Hintergrund ist Oracles aggressiver Ausbau von Rechenzentrums-Kapazitäten – in einer Größenordnung, die laut Bericht in Gigawatt gemessen wird. Dazu kommt die Partnerschaft mit OpenAI im Rahmen des „Stargate“-Projekts, das mit über 300 Milliarden Dollar beziffert wird. Parallel wächst der Auftragsbestand stark: Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (gemeldet am 10. Dezember 2025) stieg der Umsatz auf 16,1 Milliarden Dollar (+14% zum Vorjahr), die Cloud-Erlöse auf 8,0 Milliarden Dollar (+34%). Besonders auffällig: die „Remaining Performance Obligations“ (RPO) von 523 Milliarden Dollar, ein Plus von 438% – also vertraglich zugesagte, künftig zu realisierende Umsätze.
Genau hier liegt aber auch die Spannung. An der Wall Street wird laut Bloomberg-Daten erwartet, dass die Investitionen der Cloud-Sparte in Rechenzentren den Cashflow in den kommenden Jahren ins Minus drücken, bevor sich die Ausgaben ab 2030 auszahlen. Oracle kündigte zuletzt an, in diesem Jahr bis zu 50 Milliarden Dollar über eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital aufnehmen zu wollen. Außerdem hatte der Konzern im September in einer Einreichung die größte Restrukturierung seiner Geschichte in Aussicht gestellt – Kosten von bis zu 1,6 Milliarden Dollar im laufenden Geschäftsjahr (endet im Mai).
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Nervöse Anleger, geteilte Analysten – Blick auf den 10. März
Nach dem starken Lauf der Vorjahre hat sich die Stimmung 2026 abgekühlt. Auch die Aktie wirkt angeschlagen: Seit Jahresbeginn liegt sie trotz jüngster Erholung weiterhin deutlich im Minus (YTD: -19,34%).
Kurz vor den Zahlen haben mehrere Häuser ihre Kursziele gesenkt – bei teils unverändertem Rating. Evercore ISI reduzierte am 5. März das Kursziel von 275 auf 220 Dollar („Outperform“). RBC Capital senkte am 4. März von 195 auf 160 Dollar („Sector Perform“). Citigroup ging am 4. März von 370 auf 310 Dollar zurück („Buy“). RBC-Analyst Rishi Jaluria begründete seine Vorsicht unter anderem mit Finanzierungsfragen rund um Stargate, steigender Verschuldung und Umsetzungsrisiken beim Cloud-Ausbau. Er verwies darauf, dass Oracle im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 mehr als 100 Milliarden Dollar Gesamtschulden hatte und die hohen KI-Rechenzentrumsinvestitionen den Free Cashflow weiter belasten.
Trotzdem bleibt die Analystenmehrheit positiv: Vor den Q3-Zahlen liegt ein „Strong Buy“-Konsens vor – basierend auf 25 Kauf- und sechs Halte-Einstufungen.
Am Dienstag, dem 10. März, veröffentlicht Oracle nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026, anschließend folgt eine Telefonkonferenz (16:00 Uhr Central Time). Erwartet werden ein Gewinn je Aktie von 1,71 Dollar (+16,3% zum Vorjahr) sowie ein Umsatz von rund 16,9 Milliarden Dollar (+20%). Entscheidend dürften dabei Cloud-Wachstum und KI-Nachfrage sein – und ob Oracle beim Ausbau der physischen Infrastruktur planmäßig vorankommt, den das Management zuletzt als Voraussetzung für deutlich höhere IaaS-Umsätze in den kommenden Geschäftsjahren beschrieben hatte.
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