Petrobras hat diese Woche gleich mehrere Themen auf einmal geliefert: ein deutlicher Ergebnisumschwung im vierten Quartal, eine Dividende über Markterwartung und grünes Licht für Gasimporte aus Argentiniens Vaca-Muerta-Region. Dahinter steckt vor allem eine Frage, die Anleger jetzt umtreibt: Wie lange trägt das Produktionswachstum, wenn gleichzeitig die Investitionen kräftig steigen?

Ergebniswende dank Rekord-Exporten

Am späten Donnerstag meldete Petrobras für Q4 2025 einen Gewinn von 2,9 Mrd. US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 2,77 Mrd. US-Dollar angefallen war. Der zentrale Treiber: deutlich höhere Fördermengen, die den Gegenwind durch niedrigere Ölpreise auffingen.

Brent lag im Quartal rund 14,7% unter dem Vorjahresniveau. Trotzdem erreichte die Ölproduktion in Brasilien etwa 2,5 Mio. Barrel pro Tag – rund 20% mehr als ein Jahr zuvor und über der eigenen Jahresprognose. Das ermöglichte höhere Exporte. CEO Magda Chambriard betonte, der Volumenanstieg habe die Effekte des Brent-Rückgangs kompensiert.

Auch bei den operativen Kennzahlen lag Petrobras über den Schätzungen: Der Nettoumsatz stieg auf 127,4 Mrd. BRL (Erwartung: 118,1 Mrd. BRL). Das bereinigte EBITDA kam auf 59,9 Mrd. BRL und lag damit leicht über dem Analystenkonsens von 59,3 Mrd. BRL.

Dividende über Konsens – trotz steigender Investitionen

Parallel zum Zahlenwerk setzte Petrobras bei den Ausschüttungen ein Ausrufezeichen: Der Vorstand beschloss für Q4 Dividenden von 8,1 Mrd. BRL – mehr als die erwarteten 6,7 Mrd. BRL. Für das Gesamtjahr 2025 summierten sich die Rückflüsse an Aktionäre damit auf 41,2 Mrd. BRL.

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Die Kehrseite: Die Investitionen zogen spürbar an. Der Capex stieg 2025 um 22% auf 20,3 Mrd. US-Dollar – und lag damit laut Bericht über dem strategischen Plan. Der Konzern begründet das mit Bohrkampagnen, Fortschritten bei FPSO-Projekten und Rekordzahlen bei Well-Anbindungen. 2025 gingen drei neue FPSOs in Betrieb (u.a. in Búzios und Mero) und brachten zusammen rund 270.000 Barrel pro Tag an zusätzlicher nominaler Kapazität.

Gas aus Argentinien – kleiner Start, große Strategie

Zusätzlich bekam Petrobras von der brasilianischen Regulierungsbehörde ANP die formale Erlaubnis, Erdgas aus Argentiniens Vaca-Muerta-Schieferformation zu importieren. Genehmigt sind bis zu 180 Mio. Kubikmeter pro Jahr, mit vertraglichen Spitzen von bis zu 2 Mio. Kubikmetern pro Tag.

Im Verhältnis zur brasilianischen Gesamtnachfrage sind die Mengen zunächst überschaubar. Strategisch ist der Schritt trotzdem relevant, weil er die Abhängigkeit von bolivianischen Lieferungen weiter verringern kann. Grundlage ist ein bilateraler Energierahmen aus Ende 2024, der perspektivisch Pipeline-Handel ausbauen soll. Als Zielmarke nennt der Bericht 30 Mio. Kubikmeter pro Tag bis 2030 – dann könnte Vaca Muerta zu einer wichtigen Versorgungsquelle für Brasiliens Industrie werden.

Zum Produktionsmix passt das Bild: Im vierten Quartal lag die durchschnittliche Förderung bei 3,109 Mio. Barrel Öläquivalent pro Tag, Pre-Salt-Felder steuerten rund 82% der Gesamtproduktion bei. Für Januar 2026 meldete die ANP bereits 3,165 Mio. boed, ein Plus von 17% gegenüber dem Vorjahr.

Verschuldung steigt – und damit der Druck auf Disziplin

Die Investitionsoffensive hat ihren Preis. Die Nettoverschuldung stieg zum Jahresende 2025 auf 60,6 Mrd. US-Dollar (+16% zum Vorjahr). Das Verhältnis Nettoschulden zu bereinigtem EBITDA lag bei 1,42x. Zusätzlich flossen im Dezember 2025 1,3 Mrd. US-Dollar im Zusammenhang mit dem Erwerb von Rechten und Pflichten des Bundes bei den PSC-Verträgen für Mero und Atapu, wodurch Petrobras seinen Anteil an den Assets erhöhte.

An der Börse reagierte der Markt zuletzt freundlich: Heute notiert die Aktie bei 6,90 Euro und markiert damit ein neues 52-Wochen-Hoch.

Im Blick nach vorn bleibt der Zielkonflikt klar umrissen: Der Bericht nennt Brent als entscheidende Variable für Gewinn und Dividenden – und verweist darauf, dass Öl Anfang 2026 unter 65 US-Dollar gefallen ist. Gleichzeitig wird die 2026–2030-Planung zum Prüfstein: Ob Petrobras das hohe Investitionstempo beibehält oder bremst, dürfte maßgeblich bestimmen, wie viel Spielraum neben Wachstum auch für Ausschüttungen bleibt.

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