Oracle Aktie: OpenAI-Risiko belastet
Oracle steht im Zentrum der KI-Infrastruktur-Diskussion – doch die Konzentration auf einen einzelnen Großkunden sorgt für Unruhe. Rund 300 Milliarden US-Dollar des gigantischen Cloud-Auftragsbestands von 523 Milliarden US-Dollar stammen von OpenAI. Ein beeindruckender Erfolg, aber auch ein gewaltiges Klumpenrisiko, das die Märkte zunehmend skeptisch betrachten.
Die Zahlen im Detail
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 legte Oracle solide Ergebnisse vor. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 16,1 Milliarden US-Dollar, angetrieben vom Cloud-Geschäft, das um 68 Prozent auf 4,1 Milliarden US-Dollar zulegte. Der Gewinn je Aktie übertraf mit 2,26 US-Dollar (bereinigt) die Erwartungen von 1,64 US-Dollar deutlich.
Der Auftragsbestand (RPO) explodierte um 438 Prozent im Jahresvergleich. Doch dahinter verbirgt sich ein Problem: OpenAI, der Entwickler von ChatGPT, trägt mit 300 Milliarden US-Dollar die Last. Das KI-Unternehmen verbrennt Kapital in atemberaubendem Tempo – allein in den ersten drei Quartalen 2025 summieren sich die Verluste auf geschätzte 25 Milliarden US-Dollar.
Die Kreditmärkte reagieren nervös. Die Kosten zur Absicherung von Oracle-Anleihen gegen Zahlungsausfälle stiegen im Dezember auf 1,41 Prozent – der höchste Stand seit der Finanzkrise 2009.
Strategischer Kurswechsel bei Chips
Chairman Larry Ellison kündigte eine wichtige Weichenstellung an: Oracle verkaufte seine Beteiligung am Chip-Designer Ampere für einen Vorsteuergewinn von 2,7 Milliarden US-Dollar. Die neue „Chip-Neutralität" bedeutet, dass Oracle keine eigenen Chips mehr entwickelt, sondern auf die Wünsche der Kunden setzt. Partnerschaften mit NVIDIA und anderen GPU-Herstellern bleiben zentral. Parallel entstehen 72 Multicloud-Rechenzentren, die Oracle-Dienste in AWS, Azure und Google Cloud einbetten.
Analysten bleiben gespalten
Wall Street zeigt sich mehrheitlich optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 307,72 US-Dollar – deutlich über dem aktuellen Niveau. Mizuho und Wolfe Research nennen sogar 400 US-Dollar als Ziel, Evercore ISI setzt auf 385 US-Dollar.
Dennoch halten drei Analysten an Verkaufsempfehlungen fest, elf raten zur Neutralität. Insider verkauften in den vergangenen 90 Tagen netto Aktien im Wert von 39,1 Millionen US-Dollar. CEO Clayton Magouyrk trennte sich Mitte Dezember von 10.000 Anteilen zu 192,52 US-Dollar.
Die Aktie notiert aktuell bei einem KGV von 36,63 und einem Verschuldungsgrad von 3,28. Nach einem spektakulären 40-Prozent-Sprung im September 2025 gab Oracle die Gewinne bis Jahresende vollständig wieder ab. Am 9. Januar 2026 steht die nächste Quartalsdividende von 0,50 US-Dollar je Aktie an – ein kleiner Lichtblick in volatilen Zeiten.
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