Meta gerät in Europa mit seiner KI-Strategie ins Visier der Wettbewerbshüter. Die EU-Kommission wirft dem Konzern vor, Rivalen beim Zugang zu WhatsApp auszubremsen – und denkt sogar über selten genutzte Sofortmaßnahmen nach. Was steckt hinter dem Vorwurf, und warum blieb der Markt zunächst vergleichsweise gelassen?

Brüssel verschärft das Verfahren

Die EU-Kommission hat ihre seit Dezember 2025 laufende Untersuchung am Montag mit einer formellen „Statement of Objections“ vorangetrieben. Im Kern geht es um eine Änderung rund um die WhatsApp Business API, die seit dem 15. Januar 2026 vollständig gilt.

Die Sicht der Behörde: Die Anpassung erschwere es Drittanbietern von KI-Chatbots – genannt werden etwa Lösungen von OpenAI oder Microsoft –, auf WhatsApp zuzugreifen. Das würde Meta einen Vorteil verschaffen, weil der Konzern mit „Meta AI“ eine eigene Assistenzlösung im Rennen hat.

Besonders heikel aus EU-Sicht ist die Marktbedeutung von WhatsApp. Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera betonte die Dringlichkeit: Weil WhatsApp als „Zugangstor“ für KI-Dienste gelten könne, sieht Brüssel das Risiko „irreparabler“ Schäden für den Wettbewerb, bevor die Untersuchung abgeschlossen ist.

Interim Measures: selten, aber wirksam

Brüssel spielt mit dem Gedanken, sogenannte „interim measures“ einzusetzen – also vorläufige Maßnahmen, die sehr früh eingreifen können. Genau das macht die Nachricht für Anleger relevant: Es geht nicht nur um ein langes Verfahren mit offenem Ausgang, sondern potenziell um kurzfristige Auflagen, die die Plattform-Praxis sofort verändern würden.

Kurz gesagt: Die EU will verhindern, dass sich ein Vorteil in der Verbreitung von KI-Assistenten verfestigt, bevor das Kartellverfahren final entschieden ist.

Metas Gegenargumente – und warum der Kurs nicht einknickte

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Meta weist die vorläufige Einschätzung der Kommission zurück. Das Unternehmen argumentiert, die WhatsApp Business API sei kein „essenzieller“ Vertriebskanal für KI-Chatbots. Nutzer könnten konkurrierende Angebote weiterhin über App-Stores und Webseiten erreichen.

Zusätzlich verweist Meta auf ein Verfahren in Brasilien: Dort wurde eine ähnliche einstweilige Anordnung im Zusammenhang mit WhatsApps KI-Exklusivität zuletzt ausgesetzt. Das soll stützen, dass die Rechtslage keineswegs eindeutig ist.

Am Markt kam die EU-Eskalation am Montag dennoch ohne sichtbaren Schock an. Die Aktie schloss bei 674,22 US-Dollar. Das spricht dafür, dass Investoren die regulatorischen Risiken entweder als begrenzt einschätzen oder sie bereits im Kurs verarbeitet sehen – zumal der Kontext zuletzt von starken Zahlen Ende Januar geprägt war.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- EU-Kommission wirft Meta Verstöße gegen Wettbewerbsrecht vor
- Streitpunkt ist die seit 15. Januar 2026 vollständig umgesetzte WhatsApp-Business-API-Änderung
- Brüssel erwägt vorläufige Maßnahmen wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung bei KI-Assistenten
- Meta widerspricht und verweist u. a. auf Alternativen für Nutzer und ein Beispiel aus Brasilien

Parallel Baustellen in den USA

Während Europa auf Wettbewerb fokussiert, laufen in den USA zeitgleich juristische Auseinandersetzungen mit einem anderen Schwerpunkt: Seit dieser Woche ist Meta in bedeutenden Verfahren in New Mexico und Los Angeles gefordert. In den Klagen geht es um den Vorwurf, Metas Plattformen würden schädliche oder suchtfördernde Mechanismen begünstigen und damit insbesondere jüngere Nutzer gefährden. Auch Aussagen von Führungskräften – inklusive Instagram-Chef Adam Mosseri – werden erwartet.

Unterm Strich wird damit klar: Meta muss seine KI-Offensive nicht nur technologisch, sondern auch regulatorisch sauber austarieren. Entscheidend wird nun, ob die EU tatsächlich kurzfristig eingreift – denn genau das könnte den Takt für WhatsApp als KI-Plattform schon in den kommenden Wochen vorgeben.

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