Der Wettlauf um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz fordert seinen Tribut – und bei Oracle könnte dieser höher ausfallen als erwartet. Um die gigantischen Infrastrukturpläne und Milliardenverträge mit Partnern wie OpenAI zu finanzieren, stehen laut Analysten nun drastische Maßnahmen im Raum. Investmentbanker warnen vor einem massiven Stellenabbau und sogar dem Verkauf ganzer Unternehmenssparten, was Investoren zunehmend nervös macht.

Radikalkur für die Bilanz?

Eine aktuelle Analyse der Investmentbank TD Cowen sorgt für Unruhe am Markt. Demnach prüft der Tech-Riese verschiedene Szenarien, um den Kapitalbedarf für den Ausbau seiner KI-Rechenzentren zu decken. Im Raum steht die Streichung von 20.000 bis 30.000 Arbeitsplätzen. Analysten schätzen, dass dieser harte Schnitt zwischen 8 und 10 Milliarden US-Dollar an Cashflow freisetzen könnte.

Doch damit nicht genug: Auch die Gesundheitssparte Cerner, die Oracle erst im Juni 2022 für 28,3 Milliarden US-Dollar übernommen hatte, steht angeblich auf dem Prüfstand für einen Verkauf. Erste Anzeichen für einen Personalabbau gibt es bereits: Berichten zufolge wurden am 22. Januar über 250 Mitarbeiter in der San Francisco Bay Area entlassen, betroffen waren Teams im Cloud- und KI-Bereich. Oracle selbst lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Gigantische Kosten drücken

Hintergrund der prekären Lage ist vor allem ein Fünfjahresvertrag mit OpenAI im Volumen von 300 Milliarden US-Dollar. TD Cowen kalkuliert, dass allein dieser Deal Investitionsausgaben von rund 156 Milliarden US-Dollar und die Beschaffung von etwa 3 Millionen Grafikprozessoren (GPUs) erfordert.

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Dass die Finanzierung dieser Mammutprojekte keine Selbstverständlichkeit ist, zeigen deutliche Warnsignale am Kreditmarkt:
* Die Kosten für die Absicherung gegen Kreditausfälle (Credit Default Swaps) bei Oracle haben sich in den letzten Monaten des Jahres 2025 verdreifacht.
* US-Banken ziehen sich zunehmend aus der Finanzierung von Oracle-bezogenen Rechenzentrumsprojekten zurück.
* Oracle verlangt von einigen Kunden inzwischen Anzahlungen von bis zu 40 Prozent.

Juristischer Gegenwind und Kursreaktion

Zusätzlich belastet eine am 14. Januar eingereichte Sammelklage von Anleihegläubigern das Unternehmen. Der Vorwurf: Oracle habe bei der Ausgabe von Anleihen im Wert von 18 Milliarden US-Dollar im September 2025 nicht ausreichend über die notwendige Neuverschuldung für die KI-Expansion informiert.

Diese Gemengelage aus Finanzierungssorgen und Rechtsstreitigkeiten hinterlässt tiefe Spuren im Aktienkurs. In den letzten 30 Tagen verlor das Papier fast 15 Prozent an Wert und notiert aktuell bei 165,90 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 280,70 Euro ist der Titel damit inzwischen über 40 Prozent entfernt.

Ob sich die Gerüchte um den radikalen Umbau bestätigen, dürfte sich spätestens Anfang März zeigen, wenn Oracle die Zahlen für das nächste Quartal vorlegt. Das Management betont bisher, dass alle Großprojekte im Zeitplan liegen, doch die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um das Vertrauen der Kapitalgeber zurückzugewinnen.

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