Oracle legt zum Wochenauftakt spürbar zu und kann sich vom zuletzt vorsichtigeren Umfeld im Tech-Sektor absetzen. Im Fokus stehen heute vor allem eine neue Partnerschaft im Pharmabereich und Fortschritte bei der Cloud-Positionierung rund um TikTok. Reicht diese Kombination, um der Aktie nach der jüngsten Korrektur wieder Rückenwind zu geben?

Neue Partnerschaften stützen Stimmung

Kurzfristiger Kurstreiber ist die Zusammenarbeit mit Voisin Consulting Life Sciences (VCLS). Das Beratungsunternehmen wählt Oracle Argus, um seine globalen Pharmakovigilanz-Prozesse – also die Überwachung von Arzneimittelsicherheit – zu modernisieren. Ziel sind bessere Compliance-Strukturen und ein effizienteres Risikomanagement für Pharma-Kunden.

Auch wenn keine Vertragsvolumina genannt wurden, werten Marktteilnehmer die Integration als Bestätigung von Oracles starker Position bei spezialisierten, margenstarken Softwarelösungen für die Life-Sciences-Branche.

Gleichzeitig sorgt die Klärung der TikTok-Struktur für Rückenwind. Oracle übernimmt rund 15 % am neu geschaffenen „TikTok USDS Joint Venture“. Gemeinsam mit Silver Lake und MGX sichert sich Oracle damit die Rolle von Oracle Cloud Infrastructure (OCI) als langfristiges technisches Rückgrat für TikTok im US-Markt.

Anleger sehen darin einen wichtigen Baustein für wiederkehrende Cloud-Umsätze. Das Risiko, einen bedeutenden Großkunden im Cloud-Geschäft zu verlieren, dürfte damit spürbar gesunken sein.

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Solide Zahlen und starke Institutionelle

Fundamental ist der Hintergrund für den Kursanstieg robust. Zuletzt erzielte Oracle Quartalsumsätze von 16,06 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 14,2 % im Jahresvergleich. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,26 US-Dollar und damit deutlich über den Konsensschätzungen von 1,64 US-Dollar.

Institutionelle Investoren haben die jüngere Schwankungsphase genutzt, um Positionen auszubauen. Aus Meldungen zum dritten Quartal geht hervor:

  • National Wealth Management Group erhöhte ihren Bestand um 230 %.
  • Intact Investment Management stockte um 172,2 % auf.
  • Vanguard Personalized Indexing Management hält inzwischen Oracle-Papiere im Wert von über 77 Millionen US-Dollar.

Dem steht gezielter Insiderverkauf gegenüber: CEO Clayton Magouyrk veräußerte Aktien im Umfang von rund 1,93 Millionen US-Dollar. Angesichts der kräftigen Käufe institutioneller Adressen dominiert jedoch der Eindruck, dass größere Investoren dem mittelfristigen Bewertungsniveau weiter zutrauen.

Bewertung und Analystenblick

Aktuell kommt Oracle auf eine Marktkapitalisierung von etwa 530 Milliarden US-Dollar. Die Aktie bewegt sich klar innerhalb ihrer 52-Wochen-Spanne von 118,86 bis 345,72 US-Dollar und versucht nach vorangegangenen Rücksetzern wieder höheres Terrain zurückzugewinnen.

Wichtige Kennzahlen im Überblick:

  • Aktueller Kurs: ca. 184,31 US-Dollar (+4,04 %)
  • KGV: rund 34,5
  • Dividendenrendite: etwa 1,09 % (annualisiert 2,00 US-Dollar)
  • Nächster Zahlen-Termin: voraussichtlich 9. März 2026

Die Einschätzungen der Analysten zeigen ein gemischtes, aber tendenziell positives Bild. Morgan Stanley hat das Kursziel zuletzt auf 213 US-Dollar reduziert. Der übergreifende Konsens bleibt jedoch bei einer Kaufempfehlung, mit einem durchschnittlichen Kursziel von rund 306 US-Dollar – theoretisch mehr als 60 % über dem aktuellen Niveau.

Dass die Aktie heute deutlich zulegen kann, obwohl im Markt von abgekühlter Tech-Stimmung und Vorsicht vor den nächsten Big-Tech-Zahlen die Rede ist, unterstreicht die Bedeutung der konkreten Unternehmensdeals. In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, inwieweit die Kombination aus wachsendem Cloud-Geschäft, spezialisierten Softwarelösungen und starker institutioneller Nachfrage den aktuellen Aufwärtstrend bis zu den nächsten Quartalszahlen trägt.

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