Oracle steht gleichzeitig unter rechtlichem Druck und erlebt eine kurzfristige Kurserholung. Am Mittwoch legte die Aktie rund 5 % zu — ausgelöst durch Stellenabbau im Zuge der KI-Neuausrichtung. Parallel dazu läuft am 6. April eine entscheidende Frist in einem Wertpapierbetrugsverfahren ab, das Anleger genau im Blick behalten sollten.

Die Klage und ihre Vorwürfe

Die Sammelklage Barrows v. Oracle Corporation wurde am 3. Februar 2026 beim US-Bezirksgericht in Delaware eingereicht. Sie betrifft Investoren, die Oracle-Wertpapiere zwischen dem 12. Juni und dem 16. Dezember 2025 erworben haben. Bis zum 6. April können sich Kläger als Lead Plaintiff beim Gericht melden.

Der Vorwurf: Oracle soll Investoren über die Geschwindigkeit, mit der KI-Infrastrukturverträge in Umsatzwachstum umgewandelt werden, in die Irre geführt haben. Konkret nennen die Klagen mehrere belastende Ereignisse. Im September 2025 warnte S&P Global, dass OpenAI bis 2028 mehr als ein Drittel von Oracles Gesamtumsatz ausmachen könnte — verbunden mit Risiken rund um OpenAIs Vertragstreue. Im Dezember 2025 berichtete die Financial Times, dass Blue Owl Capital, der Hauptfinancier für Oracles größte US-Rechenzentren, aus der Finanzierung eines 10-Milliarden-Dollar-Projekts für OpenAI ausgestiegen sei.

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Hinzu kamen enttäuschende Q2-Zahlen am 10. Dezember 2025: Umsatzwachstum unter den Erwartungen, Investitionsausgaben deutlich darüber, negativer Free Cashflow von mehr als 10 Milliarden Dollar. Die Aktie verlor daraufhin knapp 11 % an einem einzigen Handelstag.

Analysten bleiben optimistisch

Trotz des rechtlichen Gegenwinds hält die Wall Street mehrheitlich an positiven Einschätzungen fest. Bernstein-Analyst Mark Moerdler bekräftigte sein Kaufvotum mit einem Kursziel von 319 Dollar. Er verweist auf OpenAIs jüngste Finanzierungsrunde über 110 Milliarden Dollar als Beleg dafür, dass der KI-Konzern seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber Oracle nachkommen kann. Moerdler schätzt, dass Oracle bis zum Geschäftsjahr 2028 lediglich 15 bis 20 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital für den vertraglich vereinbarten Infrastrukturausbau benötigt. Die Bank of America nahm die Abdeckung mit einem Kaufrating und einem Kursziel von 200 Dollar wieder auf.

Fundamentaldaten im Widerspruch

Die operative Entwicklung zeigt ein zweigeteiltes Bild. Der Cloud-Umsatz stieg um 44 % auf 8,9 Milliarden Dollar, der Auftragsbestand kletterte um 325 % auf einen Rekordwert von 553 Milliarden Dollar — getrieben durch KI-Großverträge. Gleichzeitig ist der Free Cashflow auf rund minus 24,7 Milliarden Dollar auf Zwölfmonatsbasis abgerutscht, was den Investitionsdruck deutlich widerspiegelt.

Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 23 % verloren und notiert weit unterhalb des 52-Wochen-Hochs vom September 2025. Der 6. April markiert nun den nächsten formalen Schritt im Verfahren — und wird zeigen, wie viele Investoren sich aktiv an der Klage beteiligen wollen.

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