Zwischen 20.000 und 30.000 Stellen gestrichen — auf einen Schlag. Oracle hat am 31. März den größten Stellenabbau seiner 48-jährigen Unternehmensgeschichte vollzogen und damit rund 18 Prozent der weltweiten Belegschaft entlassen. Die Aktie legte daraufhin deutlich zu, steht aber trotzdem rund 25 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau.

Die Logik hinter dem Kahlschlag

Der Schritt folgt einer klaren finanziellen Notwendigkeit. Oracle hat sich zu einem massiven Ausbau seiner KI-Infrastruktur verpflichtet — laut TD Cowen mit einem geplanten Investitionsvolumen von rund 156 Milliarden Dollar. Um diese Ausgaben zu stemmen, nahm das Unternehmen binnen zwei Monaten 58 Milliarden Dollar neue Schulden auf. Der freie Cashflow rutschte zuletzt auf minus zehn Milliarden Dollar ab.

Die Entlassungen sollen laut TD Cowen acht bis zehn Milliarden Dollar Cashflow freisetzen. Das Geld fließt direkt in den Aufbau von Rechenzentren, GPU-Clustern und Cloud-Infrastruktur — unter anderem für Kunden wie OpenAI, Meta und Nvidia. In der jüngsten Quartalseinreichung beim SEC hatte Oracle einen Restrukturierungsplan über 2,1 Milliarden Dollar offengelegt, von dem bereits knapp eine Milliarde verbucht wurde.

Betroffen sind mehrere Geschäftsbereiche, darunter SaaS, NetSuite sowie Oracle Health. Berichten zufolge wurden in einzelnen Teams Kürzungen von mindestens 30 Prozent vorgenommen. Vor der US-Welle trafen die Einschnitte bereits Standorte in Kanada, Mexiko und Uruguay.

Analysten gespalten, Zahlen stark

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Barclays stützt den Kurs: Die Bank bestätigte ihr „Overweight"-Rating und sieht in den Entlassungen einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Cashflow-Situation. Barclays hatte das Kursziel im März allerdings bereits von 310 auf 230 Dollar gesenkt. JPMorgan stufte Oracle gleichzeitig von „Neutral" auf „Overweight" hoch, senkte das Kursziel jedoch ebenfalls — von 230 auf 210 Dollar.

Die operativen Zahlen des dritten Fiskalquartals 2026 liefern eine solide Grundlage für den Optimismus: Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar, die Cloud-Erlöse legten sogar um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar zu. Der Auftragsbestand — die sogenannten Remaining Performance Obligations — kletterte auf 553 Milliarden Dollar, ein Plus von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Risiken bleiben real

Trotz der starken Auftragslage gibt es Gegenwind. Mehrere US-Banken haben sich Berichten zufolge aus der Finanzierung einzelner Rechenzentrum-Projekte zurückgezogen. Zudem laufen Sammelklagen gegen Oracle wegen der Kommunikation der KI-Strategie gegenüber Investoren.

Am 24. April schüttet Oracle eine Quartalsdividende von 0,50 Dollar je Aktie aus — für Aktionäre, die am 9. April im Aktionärsregister eingetragen sind. Ein kleines Polster, während der Umbau des Konzerns in vollem Gange ist.

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