Oracle kämpft mit zunehmendem Gegenwind. Anleihegläubiger werfen dem Software-Konzern vor, das wahre Ausmaß der für den KI-Infrastrukturausbau benötigten Schulden verschleiert zu haben. Parallel dazu verkaufen Insider weiter Aktien. Die Titel sind seit dem 52-Wochen-Hoch um rund 32% gefallen.

Anleihegläubiger klagen wegen fehlender Transparenz

Eine geplante Sammelklage vor einem New Yorker Gericht erschüttert das Vertrauen der Investoren. Anleihegläubiger behaupten, Oracle habe sie im Unklaren gelassen, als das Unternehmen im September 2025 Anleihen und Notes im Wert von 18 Milliarden Dollar ausgab – nur zwei Wochen nach Bekanntgabe des 300-Milliarden-Dollar-Vertrags mit dem Microsoft-finanzierten OpenAI.

Die Kläger fühlen sich hintergangen: Nur sieben Wochen nach der ersten Emission kehrte Oracle an die Kapitalmärkte zurück und suchte weitere 38 Milliarden Dollar. Die Reaktion am Anleihemarkt wird in der Klage als „schnell und erschütternd" beschrieben.

Die zentrale Frage: Hätten Investoren die ersten 18 Milliarden Dollar zu denselben Konditionen bereitgestellt, wenn sie vom zusätzlichen Kapitalbedarf gewusst hätten?

Insider verkaufen planmäßig

EVP Douglas A. Kehring trennte sich am 15. Januar von 35.000 Aktien zu rund 194,89 Dollar – ein Verkauf im Wert von 6,82 Millionen Dollar. Die Transaktion erfolgte im Rahmen eines vorab festgelegten 10b5-1-Handelsplans vom 9. Oktober 2025.

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In den vergangenen drei Monaten haben Insider insgesamt 161.588 Aktien für etwa 40 Millionen Dollar veräußert. Institutionelle Investoren, die 42,44% der Anteile halten, beobachten diese Entwicklung genau. Minneapolis Portfolio Management Group reduzierte seine Oracle-Beteiligung im dritten Quartal um 22,6%.

Analysten bleiben gespalten

KeyBanc Capital Markets bekräftigte am 14. Januar seine „Overweight"-Einstufung mit einem Kursziel von 300 Dollar. Die Analysten argumentieren, dass Oracles Geschäftsbereiche unterbewertet seien. Stifel Nicolaus senkte sein Kursziel von 350 auf 275 Dollar, UBS von 325 auf 280 Dollar – beide hielten aber an ihrer Kaufempfehlung fest.

Das Konsensrating liegt bei 305,50 Dollar. 31 Analysten raten zum Kauf, zehn empfehlen Halten, zwei zum Verkauf.

Fundamentaldaten zeigen Stärke und Risiko zugleich

Oracle übertraf im zweiten Geschäftsquartal 2026 die Gewinnerwartungen deutlich: 2,26 Dollar je Aktie statt erwarteter 1,64 Dollar. Der Umsatz stieg um 14,2% auf 16,06 Milliarden Dollar, blieb aber leicht unter den Prognosen von 16,19 Milliarden.

Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) explodierten um 438% auf 523 Milliarden Dollar – ein massives Polster für künftige Umsätze. Gleichzeitig steht das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital bei 3,28, die Verschuldung beträgt das 4,1-fache des EBITDA. Diese Kennzahlen nähren Sorgen über künftige Refinanzierungen.

Berichte über eine bearishe Position des bekannten Investors Michael Burry verstärken den Abwärtsdruck zusätzlich.

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