Oracle wächst im Cloud-Geschäft rasant und hebt die langfristigen Umsatzprognosen massiv an. Gleichzeitig streicht der Softwarekonzern bis zu 30.000 Stellen und die Aktie befindet sich in einem anhaltenden Abwärtstrend. Dieser fundamentale Widerspruch zwischen operativen Erfolgen und drastischen Sparmaßnahmen sorgt bei Investoren aktuell für erhebliche Verunsicherung.

Die fundamentale Diskrepanz

Auf den ersten Blick lesen sich die jüngsten Geschäftszahlen beeindruckend. Der Umsatz mit Cloud-Infrastruktur kletterte im dritten Quartal um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden US-Dollar. Damit beschleunigte sich das Wachstum im Vergleich zum Vorquartal sogar noch. Die vertraglich zugesicherten, aber noch nicht realisierten Umsätze stiegen um 325 Prozent auf 553 Milliarden US-Dollar.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist das kapitalschonende "Bring-Your-Own-Hardware"-Modell. Oracle konnte hier Verträge im Wert von 29 Milliarden US-Dollar abschließen. Das Besondere daran: Partner finanzieren 90 Prozent der Kapazitäten, was dem Konzern eine Expansion ohne negative Auswirkungen auf den Cashflow ermöglicht. Entsprechend selbstbewusst hob das Management die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 um eine Milliarde auf 90 Milliarden US-Dollar an.

Schuldenberg erzwingt harten Sparkurs

Trotz dieser Erfolgsmeldungen drückt der Schuh auf der Kostenseite gewaltig. Um die Liquidität zu verbessern, kündigte das Unternehmen an, 12 bis 18 Prozent der Belegschaft abzubauen. Das entspricht 20.000 bis 30.000 Arbeitsplätzen. Dieser drastische Schritt ist eine direkte Folge des extrem kapitalintensiven Investitionszyklus in neue Rechenzentren.

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Zusätzlich belastet eine enorme Schuldenlast die Bilanz. Nach einer massiven Anleiheemission im September 2025 stiegen die Verbindlichkeiten auf 108,1 Milliarden US-Dollar. Die Ratingagentur Moody's bewertet Oracle derzeit mit Baa2. Das ist zwar noch "Investment Grade", liegt aber deutlich unter der Bonität anderer Tech-Giganten wie Microsoft oder Alphabet. Das anhaltend hohe Zinsniveau drückt zusätzlich auf die Bewertung des kapitalintensiven Wachstumsmodells.

Chartbild und Analystenstimmen

Die Skepsis der Anleger spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider. Mit einem Schlusskurs von 129,46 Euro am Freitag notiert das Papier mittlerweile knapp 54 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Auf dem Tageschart hat sich zudem ein sogenanntes "Death Cross" gebildet, was die kurzfristig bärische Tendenz technisch untermauert.

Die Wall Street reagiert auf die jüngsten Quartalszahlen grundsätzlich konstruktiv, passt aber die Kursziele aufgrund der neuen Margen- und Investitionsannahmen an:

  • Mizuho: Kursziel gesenkt von 400 auf 320 US-Dollar (Outperform)
  • Argus: Kursziel gesenkt von 384 auf 225 US-Dollar (Buy)
  • Oppenheimer: Kursziel angehoben von 185 auf 210 US-Dollar (Outperform)
  • J.P. Morgan: Hochstufung auf Overweight, Kursziel 210 US-Dollar

Die weitere Kursentwicklung hängt nun direkt an der operativen Umsetzung der ehrgeizigen Ziele. Das Management muss beweisen, dass die massiven Investitionen in Rechenzentren und das Hardware-Partnermodell schnell genug in freien Cashflow umgewandelt werden, um die hohe Schuldenlast von über 100 Milliarden US-Dollar planmäßig abzubauen.

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