Oracle Aktie: Bewertungslücke oder Wertfalle?
Oracles Aktie notiert mehr als 50% unter ihrem Allzeithoch — und gleichzeitig wächst das Unternehmen so schnell wie seit 15 Jahren nicht mehr. Dieser Widerspruch zieht derzeit die Aufmerksamkeit von Analysten auf sich.
Rekordwachstum trotz Kursrutsch
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stiegen die Gesamterlöse um 22% auf 17,2 Milliarden Dollar. Die Cloud-Umsätze legten sogar um 44% auf 8,9 Milliarden Dollar zu — das erste Mal seit über 15 Jahren, dass sowohl der organische Gesamtumsatz als auch der bereinigte Gewinn je Aktie gleichzeitig um mehr als 20% zulegten. Die Cloud-Infrastruktursparte wuchs dabei um 84% gegenüber dem Vorjahr, eine deutliche Beschleunigung gegenüber den 68% des Vorquartals.
Besonders ins Auge sticht der Auftragsbestand: Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen — ein Frühindikator für künftige Umsätze — stiegen auf 553 Milliarden Dollar, ein Plus von 325% gegenüber dem Vorjahr. Der Großteil des Anstiegs entfällt auf großvolumige KI-Verträge, bei denen Oracle nach eigenen Angaben keine zusätzlichen Mittel aufnehmen muss, da Kunden entweder Vorauszahlungen leisten oder eigene Hardware mitbringen.
Kapitalmodell und TikTok-Beteiligung
Genau dieses „Bring-your-own-hardware"-Modell soll die Bedenken rund um steigende Schulden entschärfen. Oracle hat Verträge im Wert von 29 Milliarden Dollar nach diesem Modell abgeschlossen. CEO Clayton Magouyrk erklärte, das Unternehmen werde 2026 keine weiteren Anleihen begeben. Von den gesicherten zehn Gigawatt Rechenzentrums-Kapazität werden 90% von Partnern finanziert.
Hinzu kommt eine neue Ertragsquelle: Oracle hält eine Beteiligung von rund 15% am neu strukturierten US-Gemeinschaftsunternehmen von TikTok — bewertet mit etwa 2 Milliarden Dollar. Neben Silver Lake und dem Abu-Dhabi-Fonds MGX ist Oracle einer von drei geschäftsführenden Investoren. Ab dem vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wird ein proportionaler Anteil am TikTok-Nettogewinn als nicht-operatives Einkommen in Oracles Büchern erscheinen.
Analysten sehen Aufholpotenzial
Reicht die Bewertungslücke aus, um eine breitere Neubewertung der Aktie anzustoßen? JPMorgan stufte Oracle nach dem Quartalsbericht von „Neutral" auf „Overweight" hoch und setzte ein Kursziel von 210 Dollar — Analyst Mark Murphy verwies auf ein verbessertes Chance-Risiko-Verhältnis nach dem Kursrückgang. Barclays erhöhte sein Kursziel auf 240 Dollar. Wedbush-Analyst Dan Ives bezeichnete die KI- und Cloud-Zahlen als Beleg für eine „gesunde und robuste" Nachfrage und wertete den Bericht als „große Erleichterung für den Software- und Technologiesektor".
Für das laufende vierte Quartal erwartet Oracle ein Umsatzwachstum von 18% bis 20% in konstanten Währungen. Für das Geschäftsjahr 2027 hat das Unternehmen seine Umsatzprognose auf 90 Milliarden Dollar angehoben — ein Anstieg von rund 34% gegenüber dem laufenden Jahr. Gemessen am Forward-KGV von etwa 19 liegt Oracle damit sogar leicht unter dem Marktdurchschnitt von 21 — ungewöhnlich für ein Unternehmen mit diesem Wachstumstempo.
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