Mit dem bevorstehenden Abschluss der Borealis-Borouge-Fusion vollzieht OMV einen der tiefgreifendsten Umbaumaßnahmen seiner Unternehmensgeschichte. Die neue Borouge Group International (BGI) soll noch im ersten Quartal 2026 entstehen — und verändert, wie OMV künftig Geld verdient und ausschüttet.

Ein Chemiegigant entsteht

Die Fusion von Borealis mit ADNOCs Borouge zur BGI ist regulatorisch weitgehend genehmigt. Das neue Gemeinschaftsunternehmen wird mit über 60 Milliarden US-Dollar bewertet und avanciert zum viertgrößten Polyolefin-Produzenten der Welt — mit einer Jahreskapazität von 13,6 Millionen Tonnen. OMV und ADNOC halten dabei jeweils knapp 47 Prozent. Die Notierung erfolgt zunächst an der Abu Dhabi Securities Exchange, eine spätere Wiener Zweitlisting ist geplant.

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Für OMV-Aktionäre bedeutet das vor allem eines: verlässlichere Ausschüttungen. BGI soll eine Mindestgesamtdividende von 2,2 Milliarden US-Dollar jährlich zahlen, wovon rund eine Milliarde auf OMV entfällt. Das neue Dividendenmodell kombiniert diese BGI-Ausschüttungen mit 20 bis 30 Prozent des operativen Cashflows — erste Zahlung nach dieser Formel: 2027. Der Konzern entkoppelt sich damit strukturell vom Ölpreiszyklus.

Chemie übernimmt die Führung

Wie notwendig dieser Wandel ist, zeigen die Zahlen für 2025 deutlich. Während das Energiesegment unter niedrigeren Ölpreisen um 29 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro operatives Ergebnis einbrach, legte die Chemie-Division um 71 Prozent auf 784 Millionen Euro zu. Der Konzern erzielte einen operativen Cashflow von 5,2 Milliarden Euro bei einer Verschuldungsquote von lediglich 14 Prozent — eine solide Basis für den bevorstehenden Strukturwandel.

Für 2026 plant OMV organische Investitionen von 3,2 Milliarden Euro und legt einen Brent-Preis von rund 65 US-Dollar je Barrel zugrunde. Durch die Entkonsolidierung von Borealis sinkt das Investitionsvolumen im Zeitraum 2026 bis 2030 um rund 3,5 Milliarden Euro — Kapital, das anderweitig eingesetzt werden kann. Langfristig peilt das Management ein bereinigtes operatives Ergebnis von mehr als 6,5 Milliarden Euro an.

Nächster Termin: 9. April

Die Aktie notiert heute auf einem neuen 52-Wochen-Hoch von 60,55 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 25 Prozent zugelegt — der Markt nimmt die Transformation bereits vorweg. Am 9. April folgt das Trading Update für das erste Quartal. Dann zeigt sich, ob der BGI-Abschluss planmäßig vollzogen wurde und ob die angekündigten Synergien von 500 Millionen US-Dollar jährlich als realistisch bestätigt werden. Parallel treibt OMV das Neptun-Deep-Gasprojekt im Schwarzen Meer voran, das ab 2027 den für die neue Dividendenpolitik notwendigen Cashflow mitliefern soll.

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