Die jüngste Aufwärtsbewegung der OMV-Papiere trifft auf ein massives Hindernis. Der Energiekonzern veröffentlichte am Donnerstagmorgen ein Trading Update, das Anleger aufhorchen lässt: Wertberichtigungen in Höhe von 700 Millionen Euro werden das Ergebnis für das vierte Quartal 2025 belasten. Statt operativer Rekorde dominieren geopolitische Kosten und schwächelnde Förderraten die Schlagzeilen.

Die Fakten auf einen Blick:

  • Belastung: Nicht-zahlungswirksame Wertberichtigungen von insgesamt 700 Millionen Euro.
  • Ursachen: Produktionsrückgänge und teure Lizenzverlängerungen in Rumänien.
  • Marktumfeld: Realisierter Ölpreis mit 62,4 US-Dollar deutlich unter Jahresplanung.
  • Kursreaktion: Die Aktie notiert aktuell bei 49,60 Euro.

Rumänien bittet zur Kasse

Der Löwenanteil der Hiobsbotschaft stammt aus dem Upstream-Geschäft. OMV beziffert allein 300 Millionen Euro der Belastungen auf die jüngste Lizenzverlängerung in Rumänien. Die dortige Regierung gewährte der Tochter OMV Petrom zwar im Dezember 2025 neue Genehmigungen, diktierte jedoch harte Konditionen: Die Onshore-Royalty-Steuern steigen um rund 40 Prozent.

Zudem muss der Konzern tief in die Tasche greifen, um Umweltkosten für stillgelegte Bohrlöcher zu decken. Diese Altlasten summieren sich auf geschätzte 600 Millionen Euro, wobei ein Teil davon nun buchhalterisch verarbeitet wird. Analysten werten diese Entwicklung als deutliches Warnsignal für die steigenden operativen Risiken in den osteuropäischen Kernmärkten.

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Felder erschöpfen sich schneller

Doch nicht nur die Politik, auch die Geologie arbeitet gegen die Österreicher. Weitere 400 Millionen Euro müssen abgeschrieben werden, weil die Produktion in Neuseeland, Tunesien und Rumänien stärker zurückgeht als erhofft. Es handelt sich um eine natürliche Erschöpfung der Felder, die bereits in den Vorquartalen auf die Fördermenge drückte.

Dieses fundamentale Problem trifft auf ein ungünstiges Preisumfeld. Im vierten Quartal erzielte OMV nur noch einen Durchschnittspreis von 62,4 US-Dollar pro Barrel Rohöl. Zum Vergleich: Die Jahreskalkulation basierte auf rund 70 US-Dollar. Auch der Gaspreis gab im Vergleich zum Vorquartal um 3,2 Prozent nach.

Strategischer Umbau im Fokus

Trotz der aktuellen operativen Dämpfer bleibt die Aktie im Monatsvergleich mit einem Plus von 6,85 Prozent robust. Dies dürfte an der übergeordneten Fantasie liegen: Die Fusion der Chemie-Sparte mit ADNOC zur Borouge Group International soll im ersten Quartal 2026 finalisiert werden. Auch im Bereich Wasserstoff gab es mit einer Förderzusage über 123 Millionen Euro zuletzt positive Nachrichten. Diese Zukunftsprojekte überlagern derzeit teilweise die Probleme im klassischen Ölgeschäft.

Blick auf den 4. Februar

Ob die aktuellen Abschreibungen die Dividendenfähigkeit beeinträchtigen, wird sich am 4. Februar 2026 zeigen. Dann legt OMV die detaillierten Zahlen für das Gesamtjahr vor. Entscheidend wird sein, wie das Management den Spagat zwischen den hohen Kosten in Rumänien und der Finanzierung der strategischen Neuausrichtung kommuniziert. Bis dahin dürften die Anleger eine abwartende Haltung einnehmen.

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