OHB Aktie: Kartellamt verzögert Milliardenprojekt
Das Bundeskartellamt hat ein Fusionskontrollverfahren für das geplante Joint Venture von OHB und Rheinmetall Digital eingeleitet — und die Unsicherheit über den Zeitplan ließ die Aktie zeitweise um über neun Prozent einbrechen. Hinter dem Verfahren steckt ein Projekt, das für OHB transformatives Potenzial besitzt.
SATCOMBw 4: Bis zu zehn Milliarden Euro auf dem Spiel
Am 20. März 2026 meldeten Rheinmetall Digital und OHB die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens beim Kartellamt an (Aktenzeichen V-32/26). Gegenstand ist das Bundeswehr-Projekt SATCOMBw Stufe 4 — ein hochsicheres, satellitengestütztes Kommunikationsnetz mit einem geschätzten Gesamtvolumen von acht bis zehn Milliarden Euro und über 100 Satelliten.
Im Bieterkonsortium übernimmt OHB den Satellitenbau, Rheinmetall verantwortet die militärische Systemführung und Bodeninfrastruktur, Airbus komplettiert die Allianz. Die Beteiligung von Airbus schmälert OHBs direkten Arbeitsanteil, stärkt aber die Chancen auf den Zuschlag erheblich. Analysten von NuWays halten einen Drittelanteil des Konsortiums für realistisch — was für OHB kumulierte Auftragseinnahmen von 2,7 bis 3,3 Milliarden Euro bedeuten würde.
Die regulatorische Freigabe ist dabei zwingende Voraussetzung, bevor das Gemeinschaftsunternehmen seine Arbeit aufnehmen kann.
Starke operative Basis als Puffer
Unabhängig vom Kartellverfahren präsentiert sich OHB in robuster Verfassung. Der Auftragsbestand kletterte 2025 auf einen Rekordwert von 3,19 Milliarden Euro, nach 2,38 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Jahresumsatz stieg auf 1,25 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA erreichte 125,6 Millionen Euro.
Besonders das vierte Quartal 2025 fiel stark aus: Bei einem Umsatz von 384 Millionen Euro erzielte OHB eine bereinigte EBITDA-Marge von 11,6 Prozent — bereits über dem für das Gesamtjahr 2026 angestrebten Ziel von 11 Prozent. NuWays hob das Kursziel daraufhin von 260 auf 272 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung. Sollten die Militäraufträge in den nächsten zwei Jahren skalieren, halten die Analysten eine EBITDA-Marge von über 12 Prozent für erreichbar.
Das Verteidigungsgeschäft macht derzeit rund zehn Prozent des Konzernumsatzes aus — und gilt als zentraler Wachstumstreiber.
Nächster Fixpunkt: 7. Mai 2026
OHB hat seinen Ausblick für 2026 und 2027 angehoben und peilt einen durchschnittlichen jährlichen Auftragseingang von rund drei Milliarden Euro an. Bis zur Vorlage der Quartalszahlen am 7. Mai 2026 bestimmt der Ausgang des Kartellverfahrens den kurzfristigen Kursverlauf. Eine zügige Freigabe würde den Weg für das SATCOMBw-4-Konsortium freimachen — und OHBs Wachstumsstrategie auf eine deutlich breitere Grundlage stellen.
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