Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB erlebt eine strategische Überraschung: Airbus Defence and Space erwägt laut Bloomberg vom heutigen Samstag ein gemeinsames Konsortium mit Rheinmetall und OHB für das milliardenschwere Bundeswehr-Satellitenprojekt SATCOMBw Stufe 4. Aus dem schärfsten Konkurrenten könnte damit der wichtigste Partner werden.

Die Kehrtwende hat Gewicht: Airbus betreibt bereits die bisherigen SATCOMBw-Stufen 2 und 3 und hatte zunächst als eigenständiger Wettbewerber Interesse signalisiert. Nun deutet sich eine Bündelung der deutschen Raumfahrtkapazitäten an – mit klarer Rollenverteilung. Rheinmetall übernimmt die militärische Integration, OHB liefert Satellitenfertigung und Engineering, Airbus bringt Betriebserfahrung ein.

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10 Milliarden Euro für souveräne Satellitenkommunikation

SATCOMBw Stufe 4 gehört zu den größten Beschaffungsprojekten der Bundeswehr. Geplant sind 100 bis 200 Satelliten im niedrigen Erdorbit, um die Streitkräfte weltweit zu vernetzen – unabhängig von US-Systemen. Das Ziel: operative Einsatzfähigkeit bis 2029. Die geschätzten Projektkosten belaufen sich auf bis zu 10 Milliarden Euro.

Für OHB könnte der Auftrag einen Quantensprung bedeuten. Das Unternehmen hat sich bereits positioniert: Im Oktober 2025 übernahm OHB ein Werk in Schöneck, um Serienfertigung in größerem Maßstab zu ermöglichen. Bei einem Zuschlag wären dreistellige Stückzahlen zu produzieren – eine neue Größenordnung für den Konzern.

Starkes Wachstum und Ariane-6-Rückenwind

Unabhängig vom SATCOMBw-Ausgang läuft das Kerngeschäft auf Hochtouren. In den ersten neun Monaten des letzten Geschäftsjahres stieg die Gesamtleistung um 21 Prozent auf 863,5 Millionen Euro, das EBITDA erreichte 75,5 Millionen Euro. Der Auftragseingang für 2025 legte um 24 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro zu, der feste Auftragsbestand kletterte um 47 Prozent auf über 3,1 Milliarden Euro.

Zusätzlichen Rückenwind liefert die Ariane 6. Der europäische Träger absolvierte am 12. Februar seine erste kommerzielle Mission und brachte 32 Satelliten für Amazons Breitbandkonstellation in den Orbit. Für OHBs Tochter MT Aerospace, die Tanks und Strukturkomponenten fertigt, bedeutet das konkrete Erlöse: Mit einem 10-prozentigen Arbeitsanteil am Ariane-6-Programm und 18 fest gebuchten Amazon-Starts fließen diese Umsätze seit der vollständigen Konsolidierung im Oktober 2025 direkt in die Konzernbilanz.

ESA-Auftrag und angehobene Mittelfristziele

Im zivilen Bereich sicherte sich OHB am 10. Februar einen ESA-Vertrag über 81,2 Millionen Euro für die Raumsonde RAMSES. Die Mission: Untersuchung des Asteroiden Apophis bei dessen Erdannäherung 2029. Inklusive Vorbereitungsmaßnahmen summiert sich das Volumen auf rund 150 Millionen Euro. Die Herausforderung liegt im Zeitdruck – nur 3,5 Jahre Entwicklungszeit statt der üblichen Zyklen.

Der Wachstumsausblick für die kommenden Jahre wurde angehoben. Die quantifizierten Ziele: 2026 eine Gesamtleistung von 1,4 Milliarden Euro bei 11 Prozent EBITDA-Marge, 2027 dann 1,7 Milliarden Euro bei 12 Prozent EBITDA-Marge. Für 2028 peilt OHB über 2,0 Milliarden Euro Gesamtleistung an. Langfristig strebt der Konzern einen durchschnittlichen Auftragseingang von rund 3 Milliarden Euro pro Jahr an.

Bilanzpressekonferenz als nächster Lackmustest

Am 19. März präsentiert OHB den testierten Konzernabschluss für 2025. Die Zahlen werden zeigen, ob die operative Marge bereits eine solide Grundlage für die ambitionierten Wachstumspläne bildet. Besonders die Liquiditätslage dürfte im Fokus stehen – angesichts der erheblichen Investitionen, die Großprojekte wie SATCOMBw erfordern würden. Ob das Dreierkonsortium den Zuschlag erhält, entscheidet sich im laufenden Ausschreibungsverfahren.

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