Novo Nordisk erlebt derzeit eine der schwärzesten Wochen der jüngeren Unternehmensgeschichte. Einst der unangefochtene Liebling der Börse, kämpft der Pharma-Riese nun mit einem gescheiterten Hoffnungsträger in der Pipeline, massiven Preissenkungen und einer pessimistischen Prognose. Während der Konkurrent Eli Lilly im Markt für Abnehmpräparate davonzieht, fragen sich Anleger angesichts des brutalen Kursverfalls: Ist das ein vorübergehender Rückschlag oder ist das Geschäftsmodell nachhaltig beschädigt?

"Gigantisches Eigentor" bei Studiendaten

Auslöser für den massiven Ausverkauf war das überraschende Scheitern der wichtigen Phase-3-Studie für das Medikament CagriSema. Der Wirkstoff war als Novo Nordisks wichtigste Waffe positioniert, um Marktanteile von Eli Lilly zurückzuerobern. Doch die Ergebnisse enttäuschten auf ganzer Linie: Während Patienten mit dem Konkurrenzprodukt Zepbound einen Gewichtsverlust von 25,5 Prozent erzielten, kamen Probanden mit CagriSema über 84 Wochen nur auf 23 Prozent. Damit wurde das primäre Studienziel verfehlt.

Die Reaktionen der Analysten fielen verheerend aus. Barclays kürzte die Umsatzprognose für das Medikament radikal von 12 auf nur noch 2 Milliarden Dollar – eine Reduktion um mehr als 80 Prozent. Ein Analyst der Jyske Bank bezeichnete das Ergebnis laut Medienberichten als "gigantisches Eigentor". Das Vertrauen in die Innovationskraft der Dänen hat dadurch massive Risse bekommen, da CagriSema als zentraler Wachstumstreiber für die kommenden Jahre eingeplant war.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Novo Nordisk?

Preiskampf und neue Strategie

Als wäre die Studien-Pleite nicht genug, kündigte der Konzern fast zeitgleich drastische Preissenkungen in den USA an. Ab dem 1. Januar 2027 sollen die Listenpreise für die Bestseller Wegovy und Ozempic um bis zu 50 Prozent gesenkt werden. Dieser Schritt ist eine Reaktion auf den steigenden politischen Druck durch den "Inflation Reduction Act" und den härter werdenden Wettbewerb. Zwar soll dies den Zugang für Patienten erleichtern, doch es drückt zwangsläufig auf die Margen.

Einen strategischen Lichtblick lieferte immerhin die Mitte der Woche verkündete Partnerschaft mit dem US-Startup Vivtex. Novo Nordisk investiert bis zu 2,1 Milliarden Dollar, um Technologien für die orale Verabreichung von Medikamenten zu entwickeln. Dies unterstreicht den Versuch, die Abhängigkeit von reinen Injektionslösungen zu verringern und das Portfolio breiter aufzustellen.

Aktie am Boden

Die Kombination aus negativen Nachrichten hat die Aktie auf ein Mehrjahrestief geschickt. Der Titel notiert aktuell bei 32,03 Euro und hat damit allein in den letzten sieben Tagen über 22 Prozent an Wert eingebüßt. Der Blick auf das größere Bild ist noch dramatischer: Vom 52-Wochen-Hoch bei 87,10 Euro hat sich der Kurs inzwischen mehr als halbiert (-63 Prozent). Auch die Prognose für 2026 macht wenig Hoffnung auf eine schnelle Erholung, da das Management bereits einen Rückgang bei Umsatz und operativem Ergebnis in Aussicht gestellt hat.

Für Novo Nordisk stehen entscheidende Monate an. Kurzfristige Impulse fehlen, da der Konkurrent Eli Lilly im zweiten Quartal bereits mit einer eigenen Tablette auf den Markt kommen dürfte und die kommerziellen Aussichten für CagriSema massiv eingetrübt sind. Anleger richten den Blick nun auf den 6. Mai 2026, wenn die nächsten Quartalszahlen zeigen müssen, ob die Talsohle erreicht ist, bevor im September der Kapitalmarkttag in London stattfindet.

Novo Nordisk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Novo Nordisk-Analyse vom 26. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Novo Nordisk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Novo Nordisk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Novo Nordisk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...