Beim dänischen Pharmakonzern läuft es dieser Tage nicht rund. Jefferies hat das Kursziel von 275 auf 270 dänische Kronen gesenkt — und das ist längst nicht die einzige Baustelle.

Analyst Michael Leuchten begründete den Schritt mit schwächeren Verschreibungstrends im US-amerikanischen Markt. Konkret: Die Nachfrage nach injizierbaren Präparaten enttäuscht. Zwar hob Jefferies gleichzeitig die Erwartungen für das Abnehmmittel Wegovy in Pillenform an, doch das gleicht die Abwärtsrevision nicht vollständig aus. An der Einstufung änderte sich nichts — das Papier bleibt auf „Hold".

Governance-Gegenwind aus Oslo

Schwieriger als die Analysten-Einschätzung ist das, was aus Norwegen kommt. Die Norges Bank Investment Management — Hüterin eines rund 2 Billionen Dollar schweren Staatsfonds und mit 1,6 Prozent an Novo Nordisk beteiligt — kündigt an, sich bei der Hauptversammlung dieser Woche der Stimme zur Wiederwahl von Chairman Lars Rebien Sorensen zu enthalten.

Der Hintergrund: Sorensen bekleidet gleichzeitig den Vorsitz der Novo Nordisk Foundation, dem kontrollierenden Aktionär des Konzerns. Für den norwegischen Fonds ist diese Doppelrolle ein rotes Tuch. Seine Richtlinien verlangen klare Board-Unabhängigkeit und ausdrückliche Rechenschaftspflicht — beides sieht er hier nicht gewährleistet. Es ist nicht das erste Mal: Bereits im November 2025, als Sorensen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung erstmals berufen wurde, enthielt sich der Fonds.

Sorensen war Ende 2025 angetreten, um das Unternehmen durch eine Phase der Neuausrichtung zu führen und verlorene Wachstumsdynamik im Markt für Abnehmpräparate zurückzugewinnen. Die Doppelfunktion war also bewusst so konstruiert — was die Governance-Debatte nicht einfacher macht.

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Pipeline trotzdem aktiv

Während Analystenhaus und Großaktionär Gegenwind erzeugen, treibt das Unternehmen seine Forschungspipeline voran. Gemeinsam mit Lexicon Pharmaceuticals ist eine Phase-I-Studie für den oralen Wirkstoff LX9851 angelaufen, den Novo Nordisk 2025 lizenziert hatte. 96 Probanden mit Übergewicht oder Adipositas nehmen teil; die Ergebnisse werden im ersten Quartal 2027 erwartet.

Für Lexicon löst der Studienstart eine Meilensteinzahlung von 10 Millionen Dollar aus — eine weitere Zahlung gleicher Höhe könnte noch im Jahresverlauf folgen. Das Gesamtpotenzial der Vereinbarung beläuft sich auf bis zu 1 Milliarde Dollar, ergänzt durch gestaffelte Lizenzgebühren auf künftige Umsätze.

Der Kurs reagierte auf all das wenig bewegt. An der Heimatbörse in Kopenhagen notierte die Aktie zuletzt bei rund 235 dänischen Kronen — ein kleines Minus, das die ambivalente Nachrichtenlage ganz gut widerspiegelt.

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