Nordex Aktie: Völlig irrational?
Die Auftragsbücher füllen sich, technologische Meilensteine werden erreicht – eigentlich ein Szenario, von dem Aktionäre träumen. Doch bei Nordex herrscht derzeit verkehrte Welt: Trotz einer Fülle positiver operativer Nachrichten reagierte der Markt am Freitag mit einem deutlichen Kursabschlag. Ignorieren Anleger die fundamentalen Fortschritte, oder warnt der Kursrutsch vor tieferliegenden Problemen, die im Lärm der Pressemitteilungen untergehen?
Auftragsboom und Technik-Offensive
Während der Aktienkurs schwächelt, liefert das operative Geschäft solide Argumente für die Bullen. Der Hamburger Turbinenbauer konnte seine Marktposition in Europa zuletzt deutlich festigen. Die Kernbotschaft zum Wochenende ist klar: Die Nachfrage nach der Delta4000-Plattform ist ungebrochen.
Im Detail summieren sich die jüngsten Erfolge auf ein beeindruckendes Volumen von rund 263 Megawatt (MW) in den Schlüsselmärkten Deutschland, Irland und Spanien. Besonders der spanische Markt sticht hervor: Hier beauftragte die Grupo Enhol das Unternehmen mit einem Repowering-Projekt über 34,2 MW. Ergänzt wird dies durch einen 60-MW-Auftrag aus Irland.
Doch Nordex punktet nicht nur im Vertrieb. Mit der Einweihung des neuen Generator-Umrichter-Teststands in Rostock am Freitag adressiert der Konzern einen der kritischsten Engpässe der Branche: die "Time-to-Market".
* Strategischer Vorteil: Die Anlage ermöglicht interne, zeiteffiziente Tests zur Netzstabilität (Grid Codes).
* Kostenkontrolle: Beschleunigte Entwicklungsphasen senken langfristig die Kosten – ein entscheidender Faktor für die Marge.
Jefferies vs. RBC: Totale Uneinigkeit
Trotz dieser fundamentalen Fortschritte beendete die Aktie die Handelswoche bei 25,80 Euro, was einem Tagesverlust von 2,42 Prozent entspricht. Dieser Rücksetzer wirkt angesichts der Jahresperformance von fast 120 Prozent (YTD) zwar wie eine bloße Korrektur, doch die Diskrepanz zwischen Nachrichtenlage und Kursbewegung verunsichert viele Marktteilnehmer.
Diese Unsicherheit spiegelt sich nirgendwo deutlicher wider als im Schlagabtausch der Analysten. Die Bewertungsschere klafft so weit auseinander, dass Anleger sich fragen müssen, ob hier überhaupt dasselbe Unternehmen bewertet wird:
- Das Lager der Optimisten: Die Investmentbank Jefferies bleibt ihrer Linie treu. Mit einem Kursziel von 31 Euro und einer Kaufempfehlung setzen die Experten auf verbesserte Margen und volle Auslastung.
- Das Lager der Skeptiker: Ganz anders die kanadische Bank RBC. Trotz einer leichten Kurszielanpassung auf 22 Euro lautet das Urteil weiterhin „Underperform“. Hier dominiert die Sorge, dass das Umsatzwachstum nicht schnell genug in signifikante Profitabilität umgemünzt werden kann.
Überverkauft oder gerechtfertigt?
Ein Blick auf die technischen Indikatoren könnte für mutige Anleger jedoch interessant sein. Mit einem RSI (Relative Strength Index) von 32,0 notiert die Aktie inzwischen nahe dem überverkauften Bereich. Solche Werte signalisieren oft eine übertriebene negative Stimmung, die eine Gegenbewegung begünstigen könnte.
Die kommenden Wochen werden zur Bewährungsprobe. Kann Nordex beweisen, dass die neuen Aufträge und der Rostocker Teststand die Effizienz so steigern, dass auch die Skeptiker von RBC verstummen? Bis dahin bleibt die Aktie ein Spielball zwischen starken fundamentalen News und nervösen Gewinnmitnahmen.
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