Nokia Aktie: Europa zahlt den Preis
Während Nokia in den USA mit Milliarden um sich wirft, fallen in Europa die Köpfe. 700 Stellen streicht der finnische Netzwerkausrüster in Frankreich und Deutschland – und das nur wenige Tage nachdem CEO Justin Hotard eine 4-Milliarden-Dollar-Offensive für den US-Markt angekündigt hat. Die Botschaft ist unmissverständlich: Europas Traditionsmärkte werden geopfert, um im "AI Supercycle" auf amerikanischem Boden mitzumischen. Doch was steckt wirklich hinter dieser radikalen Kehrtwende?
Jobabbau als strategische Umschichtung
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In Frankreich verschwinden 427 Arbeitsplätze – rund ein Fünftel der lokalen Belegschaft. Betroffen sind vor allem die Forschungs-, Vertriebs- und Serviceabteilungen an den Standorten Nozay und Lannion. In Deutschland fallen etwa 300 Stellen bis Anfang 2026 weg, weitere Kürzungen am Münchner Standort sollen bis 2030 folgen.
Nokia selbst bezeichnet die Maßnahmen nicht als bloße Kostensenkung, sondern als gezielte Ressourcenverlagerung. Das freigewordene Kapital fließt direkt in die nordamerikanische Expansion – insbesondere in KI-optimierte Netzwerkinfrastrukturen und Rechenzentren. Der Begriff "AI Supercycle", den CEO Hotard nutzt, beschreibt die explodierende Nachfrage nach Hochleistungsnetzwerken, die den Datenhunger moderner KI-Systeme stillen können.
Während europäische Regierungen – allen voran Berlin und Paris – mehr technologische Souveränität fordern, zieht Nokia in die entgegengesetzte Richtung. Die Botschaft: Der Wachstumsmarkt liegt in den USA, nicht in der Old Economy Europas.
Das 4-Milliarden-Dollar-Versprechen
Nur vier Tage vor der Ankündigung der Stellenstreichungen hatte Nokia seine US-Offensive präsentiert: 4 Milliarden Dollar für den Ausbau heimischer Fertigung, Forschung und Entwicklung. Im Fokus stehen KI-fähige Mobil- und Festnetztechnologien sowie quantensichere Netzwerklösungen – alles abgestimmt mit der künftigen US-Regierung.
Diese Asymmetrie ist kein Zufall. Während Europa wirtschaftlich stagniert, boomt der amerikanische Markt durch die Nachfrage der Tech-Giganten nach Rechenzentrumsinfrastruktur. Nokia positioniert sich bewusst als "vertrauenswürdiger westlicher Anbieter" für die USA – selbst wenn dies bedeutet, die europäische Basis zu schwächen.
Branchenbeobachter sehen darin ein Muster: Telekommunikationsausrüster liefern sich einen Wettlauf um die KI-Datencenter-Giganten, und dieser Kampf wird in den USA entschieden, nicht in Europa.
Markt bleibt gelassen – vorerst
Trotz der brisanten Nachricht zeigte sich die Nokia-Aktie am Freitag unbeeindruckt. Sie schloss nahezu unverändert bei 6,08 US-Dollar – ein Zeichen dafür, dass Investoren den Umbau als notwendigen Schritt in Richtung Profitabilität einpreisen. Nach dem 52-Wochen-Hoch von 8,19 Dollar Ende Oktober konsolidiert der Titel derzeit um die 6-Dollar-Marke.
Die eigentliche Bewährungsprobe steht jedoch noch bevor: In den kommenden Wochen beginnen die Verhandlungen mit europäischen Gewerkschaften über die Kündigungen. Zudem bleibt abzuwarten, ob Nokia seine langfristige Prognose erfüllen kann – bis 2028 peilt das Unternehmen einen operativen Gewinn von 2,7 bis 3,2 Milliarden Euro an.
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