Der chinesische Elektroautobauer Nio steckt in einem Spannungsfeld aus operativen Erfolgen und technischen Rückschlägen. Während das Unternehmen für das vierte Quartal 2025 erstmals einen operativen Gewinn in Aussicht stellt, belastet ein großangelegter Rückruf von fast einer viertel Million Fahrzeugen die Stimmung. Kann der finanzielle Wendepunkt die Sorgen um die Softwarequalität dauerhaft verdrängen?

  • Massiver Rückruf: 246.229 Fahrzeuge der Modelle ES8, ES6 und EC6 betroffen.
  • Erster Gewinn: Bereinigtes Betriebsergebnis zwischen 700 Mio. und 1,2 Mrd. RMB für Q4 2025 erwartet.
  • Starker Absatz: 27.182 Auslieferungen im Januar (+96,1 % im Jahresvergleich).
  • Infrastruktur-Meilenstein: Über 100 Millionen Batteriewechsel bis letzten Freitag abgeschlossen.

Software-Defekt erzwingt Massen-Update

Diesen Montag und Dienstag bestätigten Regulierungsbehörden einen Rückruf für über 246.000 Nio-Fahrzeuge. Grund ist ein Softwarefehler, der zu temporären Ausfällen des Kombiinstruments und des zentralen Displays führen kann. Betroffen sind Modelle, die zwischen März 2018 und Januar 2023 produziert wurden.

Nio löst das Problem über ein Over-the-Air-Update (OTA), wodurch hohe Logistikkosten für physische Werkstattbesuche vermieden werden. Dennoch bleibt der Umfang der Maßnahme beachtlich: Das Volumen entspricht etwa drei Vierteln des gesamten Absatzes des vergangenen Jahres.

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Historischer Wendepunkt bei der Profitabilität

Diesen operativen Schwierigkeiten steht eine positive finanzielle Entwicklung gegenüber. In einer Mitteilung von letzter Woche Donnerstag kündigte Nio einen Meilenstein an: Das Unternehmen erwartet für das vierte Quartal 2025 erstmals einen bereinigten Betriebsgewinn (Non-GAAP) zwischen 700 Millionen und 1,2 Milliarden RMB.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem noch ein Verlust von 5,54 Milliarden RMB anfiel, markiert dies eine deutliche Trendwende. Das Management führt die Verbesserung auf ein starkes Auslieferungswachstum, einen profitableren Produktmix und konsequente Kostensenkungen zurück.

CEO bekräftigt ehrgeizige Ziele für 2026

Intern unterstrich CEO William Li diesen Montag den langfristigen Kurs. Er bestätigte das Ziel, im gesamten Geschäftsjahr 2026 eine bereinigte Profitabilität zu erreichen. Dabei setzt das Unternehmen auf ein aggressives Wachstum: Ein jährliches Plus bei den Auslieferungen von 40 bis 50 % gilt als Kernvoraussetzung der Strategie.

Analysten reagierten zuletzt mit vorsichtigem Optimismus. JPMorgan senkte diesen Montag zwar das Kursziel von 8 auf 7 USD, behielt aber die Einstufung „Overweight“ bei. Die Experten trauen Nio den operativen Umschwung zu, verweisen jedoch auf die Risiken bei der Umsetzung der ehrgeizigen Wachstumsziele. Die Aktie stabilisierte sich diesen Dienstag bei 4,98 USD, nachdem sie seit den Höchstständen Ende 2025 rund 40 % an Wert verloren hatte.

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