Am morgigen Dienstag präsentiert der Sportartikelhersteller seine Quartalszahlen und blickt dabei auf eine geteilte Bilanz. Während der neue CEO Elliott Hill erste Erfolge im Großhandel feiert, drücken geopolitische Faktoren auf die Margen. Zusätzliche Zollkosten in Milliardenhöhe und eine kriselnde Tochtermarke zwingen das Management zu harten Entscheidungen.

Teurer Gegenwind und interne Baustellen

Die Erwartungen an das dritte Geschäftsquartal sind gedämpft. Analysten rechnen mit einem Gewinnrückgang von rund 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei stagnierenden Umsätzen. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung sind neue US-Zölle, die Nike als struktureller Gegenwind treffen. Das Management kalkuliert im laufenden Geschäftsjahr mit Mehrkosten von 1,5 Milliarden US-Dollar, was die Bruttomarge um 1,2 Prozentpunkte schmälern dürfte. Als Reaktion hat der Konzern bereits die Preise für Schuhe und Bekleidung spürbar angehoben und plant, seine Lieferketten in China weiter zu reduzieren.

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Neben den externen Kostenfaktoren bereitet auch das eigene Portfolio Sorgen. Die Tochtermarke Converse verzeichnete zuletzt einen Umsatzeinbruch von 30 Prozent und lieferte damit das schwächste Quartalsergebnis seit rund 15 Jahren. Marktbeobachter spekulieren bereits über einen möglichen Verkauf oder eine Abspaltung der Marke. In der Vergangenheit hatte sich Nike bereits von Marken wie Cole Haan oder Umbro getrennt, um den Fokus auf das Kerngeschäft zu schärfen.

Großhandel als Lichtblick

Allerdings gibt es auch operative Fortschritte. Seit der Rückkehr von CEO Elliott Hill im Oktober 2024 hat Nike die umstrittene Direktvertriebsstrategie seines Vorgängers korrigiert. Die Rückkehr zu Großhandelspartnern wie Foot Locker und die Wiederaufnahme der Verkäufe über Amazon zeigen erste Erfolge: Die Großhandelsumsätze stiegen zuletzt um acht Prozent. Auch das wichtige Laufschuh-Segment, in dem Konkurrenten wie On oder Hoka zuletzt Marktanteile gewannen, wuchs zwei Quartale in Folge um mehr als 20 Prozent.

An der Börse spiegelt sich die aktuelle Übergangsphase deutlich wider. Die Aktie notiert derzeit bei 44,61 Euro und markiert damit exakt ihr 52-Wochen-Tief. Trotz des anhaltenden Abwärtsdrucks zeigen sich die Analysten uneins. Während Barclays kürzlich eine Hochstufung vornahm und eine Stabilisierung im nordamerikanischen Markt sieht, mahnt die UBS zur Vorsicht und verweist auf fehlende Prognosen für das kommende Jahr.

Am morgigen Dienstag wird das Management die finalen Quartalszahlen präsentieren. Neben der operativen Entwicklung in China und den Auswirkungen der Preiserhöhungen liegt der Fokus auf der konkreten Umsetzung des Turnaround-Plans. Bis sich die strategischen Anpassungen vollständig in der Bilanz niederschlagen, federt eine Quartalsdividende von 0,41 US-Dollar je Aktie die Wartezeit der Investoren ab.

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