Nike startet mit einem kleinen Stimmungswechsel ins neue Jahr. Nach einem schwierigen 2025 setzen Vorstandschef Elliott Hill und Aufsichtsratsmitglied Tim Cook nun eigenes Geld ein – und senden damit ein klares Signal an den Markt. Parallel fließt heute die Quartalsdividende an die Aktionäre. Die zentrale Frage lautet: Stützt dieses Zusammenspiel aus Insiderkäufen, Dividende und Strategieumbau tatsächlich die Wende im operativen Geschäft?

Insiderkäufe und Dividende im Fokus

Zum Jahresauftakt richten sich die Blicke auf die Insidertransaktionen, die kurz vor Silvester publik wurden. Sie gelten vielen Marktbeobachtern als Vertrauensbeweis in die laufende Neuausrichtung.

  • CEO Elliott Hill erwarb am 29. Dezember rund 16.400 Aktien zum Durchschnittskurs von 61,10 US‑Dollar und investierte damit etwa 1 Million US‑Dollar eigenen Kapitals. Der Schritt wird als Unterstreichung seines „Win Now“-Programms gesehen, mit dem Nike wieder profitabler wachsen soll.
  • Tim Cook, Apple‑Chef und Lead Independent Director bei Nike, stockte seine Position ebenfalls deutlich auf. Er kaufte 50.000 Aktien zu durchschnittlich 58,97 US‑Dollar – ein Volumen von knapp 3 Millionen US‑Dollar.

Diese Käufe sorgten zum Jahresende für einen spürbaren Schub und trugen zu dem Anstieg auf 63,71 US‑Dollar bei, dem höchsten Stand seit dem Rücksetzer nach den jüngsten Quartalszahlen. Auf dieser Basis zahlt Nike heute eine Quartalsdividende von 0,41 US‑Dollar je Aktie aus, was einer laufenden Rendite von rund 2,6 % entspricht.

Auch technisch zeigt sich der Chart stabiler: Der Schlusskurs von gestern liegt deutlich über der 50‑Tage-Linie von 56,08 US‑Dollar und rund 10 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt. Gleichzeitig bleibt die Aktie mit gut 18 % Abstand unter dem 52‑Wochen‑Hoch weiter klar unter den früheren Spitzenkursen.

Quartalszahlen: Stabilisierung statt Wachstum

Die Insiderkäufe folgen unmittelbar auf den Bericht zum zweiten Fiskalquartal 2026, den Nike Mitte Dezember vorgelegt hat. Die Zahlen zeigen ein Unternehmen im Übergang – die Lage beruhigt sich, von echter Dynamik ist aber noch wenig zu sehen.

  • Der Umsatz lag bei 12,4 Milliarden US‑Dollar, ein leichter Anstieg um 0,6 % gegenüber dem Vorjahr. Damit konnte Nike den zuvor rückläufigen Trend vorerst stoppen.
  • Deutlich schwächer entwickelte sich das Ergebnis je Aktie: Mit 0,53 US‑Dollar fiel es um 32 % gegenüber dem Vorjahr. Gründe sind vor allem Druck auf die Margen und höhere Reinvestitionen in Produktentwicklung und Vertrieb.
  • Positiv: Die Lagerbestände in Nordamerika haben sich normalisiert. Das ist wichtig, um 2026 wieder mehr Produkte zum vollen Preis verkaufen zu können, statt über Rabatte und Abverkäufe Druck vom System zu nehmen.

Das Management betont, dass die „Win Now“-Strategie noch am Anfang steht. Kernpunkte sind die stärkere Rückkehr zu Großhandels- und Handelspartnern wie Foot Locker sowie ein beschleunigter Innovationszyklus im Running‑Segment. Die leichte Umsatzstabilisierung kombiniert mit den Insiderkäufen deutet darauf hin, dass die Führungsebene davon ausgeht, den schwierigsten Teil der operativen Anpassung hinter sich zu haben.

Wettbewerb, Marke und Ausblick 2026

Der eher konstruktive Start ins neue Jahr steht im Kontrast zu 2025, als der Aktienkurs rund 19 % verlor. Hauptgrund war der schärfere Wettbewerb durch Marken wie On Holding und Hoka, die Nike im Performance‑Segment spürbar unter Druck gesetzt haben.

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Auf der Markenseite gibt es inzwischen erste Gegenimpulse. Umfragen von Häusern wie UBS bescheinigen Nike wieder bessere Werte, insbesondere in der Kategorie „gut für Sport“. Die Analysten bleiben dennoch vorsichtig und halten an einer neutralen Bewertung fest, solange sich die Profitabilität nicht deutlicher erholt.

Operativ richtet sich der Blick 2026 auf mehrere konkrete Wachstumstreiber im Produktbereich. Noch im laufenden Quartal sollen zentrale Neuheiten kommen, darunter die Plattform „Nike Mind“, die neurowissenschaftliche Erkenntnisse in Schuhdesign und Dämpfung integrieren soll. Zusätzlich setzt das Unternehmen auf die Lunar‑New‑Year‑Kollektion, die in den asiatischen Kernmärkten bereits für Aufmerksamkeit sorgt und traditionell ein wichtiger Umsatztreiber rund um das Neujahrsgeschäft ist.

Technisches Bild und Einordnung

Charttechnisch hat der Sprung auf 63,71 US‑Dollar Ende Dezember einen wichtigen Widerstand im Bereich von 63 US‑Dollar überwunden. Kurzfristig beobachten Trader, ob sich dieser Ausbruch behaupten lässt und Raum für einen weiteren Anstieg in die Zone um 66 bis 68 US‑Dollar öffnet. Auf der Unterseite hat sich im Bereich um 58 US‑Dollar eine klare Unterstützung herausgebildet – genau dort lagen auch die Kaufkurse von Tim Cook.

Im größeren Bild bleibt die Aktie allerdings noch deutlich von ihrem 52‑Wochen‑Hoch bei 77,71 US‑Dollar entfernt, während der Abstand zum Tief von 47,03 US‑Dollar erheblich ist. Das signalisiert eine Erholungsphase nach einem schwachen Jahr, aber noch keine abgeschlossene Trendwende.

Fazit: Vertrauenssignal, aber Bewährungsprobe

Nike startet 2026 mit mehreren Bausteinen, die zusammen ein vorsichtig konstruktives Bild ergeben: spürbare Insiderkäufe im Millionenbereich, eine fortgesetzte Dividendenzahlung, erste Anzeichen einer Umsatzstabilisierung und konkrete Produktinitiativen im Running‑Segment sowie im wichtigen asiatischen Markt. Gleichzeitig bleibt das Ergebnisniveau belastet, und der verschärfte Wettbewerb setzt das Geschäftsmodell weiter unter Zugzwang.

Für die kommenden Monate wird wesentlich sein, ob die „Win Now“-Strategie tatsächlich höhere Margen und klareres Wachstum liefert – insbesondere bei den anstehenden Produkteinführungen und in den nächsten Quartalszahlen, die den Erfolg von Lagerabbau und Preispolitik abbilden werden.

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