Der geplante Kauf von Warner Bros. Discovery entwickelt sich für Netflix zur zähen Baustelle. Heute meldete sich der aktivistische Investor Ancora Holdings öffentlich zu Wort – und will gegen den Deal stimmen. Gleichzeitig hat Paramount Skydance sein Gegenangebot nachgebessert. Kein Wunder also, dass die Unsicherheit wieder zunimmt.

Wichtige Punkte auf einen Blick:
- Ancora baut eine Position von knapp 200 Mio. US-Dollar in Warner Bros. Discovery auf und will gegen den Netflix-Deal votieren.
- Paramount Skydance legt im Bieterkampf nach: 30 US-Dollar je Aktie vs. 27,75 US-Dollar im Netflix-Angebot.
- Netflix-Aktie fällt heute um 3,15% auf 79,62 US-Dollar; seit Jahresbeginn rund -15%.

Ancora stellt sich quer

Ancora Holdings hat laut Reuters eine Beteiligung an Warner Bros. Discovery im Wert von fast 200 Mio. US-Dollar aufgebaut. Der Investor kündigte an, bei einer bis April erwarteten Aktionärsabstimmung gegen die Transaktion mit Netflix zu stimmen.

Die Begründung: Ancora hält das Netflix-Angebot im Vergleich zum konkurrierenden Gebot von Paramount Skydance für weniger attraktiv. Auf seiner Website kritisiert Ancora, der Deal verlange von Aktionären, „minderwertigen Wert zu akzeptieren, auf einen unsicheren Spin-off zu setzen und erhebliches regulatorisches Risiko zu tragen“.

Gemessen an der Marktkapitalisierung von rund 68 Mrd. US-Dollar entspricht Ancoras Anteil laut von Reuters zitierten LSEG-Daten allerdings weniger als 1% der ausstehenden Aktien.

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Paramount erhöht den Druck

Paramount Skydance hat sein feindliches Angebot am Dienstag überarbeitet. Demnach sollen Warner-Bros.-Investoren zusätzlich rund 650 Mio. US-Dollar in bar pro Quartal erhalten, für jedes Quartal, in dem der Deal nach 2026 nicht zustande kommt. Zusätzlich will Paramount die Abbruchgebühr von 2,8 Mrd. US-Dollar übernehmen, die Warner Bros. Netflix schulden würde, falls der Konzern aus der bereits unterzeichneten Vereinbarung aussteigt.

Nach Reuters setzt Paramount Warner Bros. Discovery damit bei 30 US-Dollar je Aktie an – das entspreche 108,4 Mrd. US-Dollar Unternehmenswert inklusive Schulden. Netflix liegt laut Bericht bei 27,75 US-Dollar je Aktie bzw. 82,7 Mrd. US-Dollar inklusive Schulden.

Warner Bros. teilte mit, man werde das überarbeitete Angebot prüfen, änderte aber die Empfehlung zugunsten der Netflix-Transaktion zunächst nicht.

Regulierung bleibt der Unsicherheitsfaktor

Ancora verweist zudem auf mögliche kartellrechtliche Hürden. Die Kombination aus Netflix und Warner Bros. würde laut Ancora den weltweit größten Streamingdienst schaffen – mit grob rund einer halben Milliarde Abonnenten.

Reuters berichtet außerdem, das US-Justizministerium prüfe im Rahmen der regulatorischen Bewertung, ob Netflix wettbewerbswidrige Praktiken angewandt habe. Netflix habe die Prüfung zuvor als „gewöhnlichen Geschäftsgang“ im Zuge einer Standard-Fusionskontrolle bezeichnet.

Paramount erklärte laut Reuters, man habe am Montag die Einhaltung einer „Second Request“ bestätigt. Damit beginne eine 10-tägige Wartefrist. Zudem liege eine Freigabe für Auslandsinvestitionen in Deutschland vor.

Zum Zeitplan: Die Abstimmung der Warner-Bros.-Aktionäre über den Netflix-Deal wird laut Reuters bis April erwartet. Bis dahin dürfte jede Bewegung bei Gegenangeboten, Vertragsdetails und Genehmigungen direkt auf die Stimmung rund um die Netflix-Aktie durchschlagen.

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