Nach dem Verzicht auf eine Großübernahme von Warner Bros. Discovery richtet Netflix den Fokus wieder auf das eigene Wachstum. Während sich Anleger auf die kommenden Quartalszahlen im April positionieren, rückt eine strategische Neuausrichtung ins Rampenlicht. Ein millionenschwerer Zukauf im Bereich der Künstlichen Intelligenz verspricht technologische Fortschritte, birgt aber auch neues Konfliktpotenzial mit Hollywoods Gewerkschaften.

Affleck-Start-up im Visier

Für Aufsehen sorgt aktuell die geplante Übernahme von InterPositive. Das von Hollywood-Star Ben Affleck gegründete Start-up entwickelt KI-gestützte Werkzeuge für die Postproduktion von Filmen. Laut Insiderberichten könnte der Deal ein Volumen von bis zu 600 Millionen US-Dollar erreichen. Die Technologie soll Filmemachern helfen, effizienter zu arbeiten, generiert aber keine völlig neuen Inhalte oder nutzt Material ohne Erlaubnis. Affleck selbst soll dem Streaming-Anbieter künftig als leitender Berater zur Seite stehen.

Brisanz erhält der Zukauf durch das Timing. Zeitgleich starten neue Verhandlungen mit den Branchengewerkschaften. Diese hatten bereits bei den Streiks im Jahr 2023 vehement gegen den unregulierten Einsatz von KI protestiert und sehen die technologische Entwicklung in den Studios äußerst kritisch.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Netflix?

Werbegeschäft als Wachstumstreiber

Abseits der strategischen Zukäufe konzentriert sich der Markt auf die operativen Kennzahlen. Im Zentrum des Interesses steht das rasant wachsende Werbegeschäft. Nachdem die Werbeerlöse im vergangenen Jahr noch rund drei Prozent des Gesamtumsatzes ausmachten, erwarten Analysten für 2026 eine Verdopplung auf drei Milliarden US-Dollar. Um dieses Ziel zu erreichen, baut das Unternehmen derzeit eine eigene Werbeplattform auf und nutzt ebenfalls KI, um die Zielgruppenansprache zu verbessern.

Gleichzeitig bereiten die operativen Margen den Investoren etwas Sorge. Das Management stellte für das laufende Jahr eine Marge von 31,5 Prozent in Aussicht, was unter den bisherigen Markterwartungen lag. Die immensen geplanten Ausgaben für neue Inhalte in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar fordern hier ihren Tribut, auch wenn sie langfristig für die Abonnentenbindung entscheidend sind.

Solides Fundament vor den Zahlen

Finanziell steht der Konzern auf einem stabilen Fundament. Das im Februar wieder aufgenommene Aktienrückkaufprogramm wird durch einen erwarteten freien Cashflow von rund 11 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2026 gestützt. Das vergangene Jahr schloss der Streaming-Gigant mit 325 Millionen zahlenden Abonnenten und einem deutlichen Gewinnsprung von 26 Prozent ab. Analysten rechnen für das laufende Jahr mit einem Umsatzwachstum von über 13 Prozent und sehen das durchschnittliche Kursziel bei 113,09 US-Dollar.

Die anstehenden Quartalszahlen am 16. April werden den nächsten konkreten Impuls für die Aktie liefern. Dann muss das Management mit harten Daten belegen, dass die ehrgeizigen Wachstumsziele im Werbesegment erreicht werden und die massiven Investitionen in Technologie sowie Inhalte die Profitabilität im ersten Quartal nicht übermäßig belastet haben.

Netflix-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Netflix-Analyse vom 24. März liefert die Antwort:

Die neusten Netflix-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Netflix-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Netflix: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...