Die zweite Preiserhöhung innerhalb von gut einem Jahr hat an der Wall Street eine klare Spaltung ausgelöst. Während die Bullen auf harte Daten verweisen, warnen Bären vor einer zunehmend preismüden Kundschaft. Wer hat recht, wird sich am 16. April zeigen.

Das Argument der Optimisten

JPMorgan schätzt, dass die neuen Preise — Standard mit Werbung jetzt bei 8,99 Dollar, Standard bei 19,99 Dollar, Premium bei 26,99 Dollar — rund 1,7 Milliarden Dollar zusätzlichen Jahresumsatz auf Basis von 2025 bringen könnten. Oppenheimer erhöhte sein Kursziel von 125 auf 135 Dollar und behielt das Outperform-Rating bei.

Das Vertrauen speist sich aus der Kundenbindung: Die Abwanderungsrate verbesserte sich im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr, und Netflix selbst bezeichnete die Retention als eine der besten der Branche. Bei über 325 Millionen zahlenden Abonnenten ist das eine solide Basis für weitere Preisschritte.

Ein weiteres Argument liefert MoffettNathanson: Netflix erzielt lediglich 48 Cent pro gestreamter Stunde — weniger als jeder Wettbewerber. Selbst nach den Erhöhungen bleibt dieser Wert sektorweit am niedrigsten, was theoretisch weiteren Spielraum nach oben lässt.

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Das Argument der Pessimisten

Needham senkte sein Kursziel und begründet das mit einem erwarteten Rückgang des Umsatzwachstums von 17 Prozent Ende 2025 auf nur noch 12 Prozent im Jahr 2026. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Während die allgemeine Inflation laut US-Regierungsdaten auf 2,7 Prozent gesunken ist, haben Streaming-Dienste ihre Preise im Jahresvergleich um mehr als 20 Prozent angehoben. Die Folge: Nutzer weichen auf werbefinanzierte Gratisplattformen wie YouTube oder Tubi aus.

Die Grenze von 20 Dollar monatlich für ein werbefreies Standard-Abo ist psychologisch relevant — und Netflix nähert sich ihr mit 19,99 Dollar auf den Cent genau.

Quartalszahlen als Gradmesser

Netflix plant für 2026 Ausgaben von 20 Milliarden Dollar für Inhalte, ein Plus von zehn Prozent. Das Unternehmen setzt darauf, dass steigende Qualität die Preisbereitschaft stützt.

Für das erste Quartal 2026 erwartet Netflix selbst einen Umsatz von 12,157 Milliarden Dollar und einen verwässerten Gewinn je Aktie von 0,76 Dollar. Die Ergebnisse am 16. April werden erstmals zeigen, ob die Preiserhöhungen zu spürbarer Abwanderung geführt haben. Besonderes Augenmerk gilt dem Werbegeschäft: Liegt der Quartalsumsatz auf annualisierter Basis bei 750 Millionen Dollar oder darüber, ist der Weg zu drei Milliarden Dollar für das Gesamtjahr offen. Unter den 46 Analysten, die die Aktie abdecken, überwiegen mit 35 Kauf- oder starken Kaufempfehlungen die Optimisten — das Konsenskursziel liegt bei 113,21 Dollar, die Aktie notiert aktuell bei rund 93,32 Dollar.

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