Babynahrung zurückgerufen, CEO entschuldigt sich, Anleger nervös: Nestlé steckt in der größten Rückrufaktion der Firmengeschichte. Ein verunreinigter Rohstoff bedroht die Reputation des Schweizer Konzerns, dessen Geschäft auf Vertrauen basiert. Doch wie schwer wiegt die Krise wirklich?

Die wichtigsten Fakten zum Rückruf:

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  • Betroffene Produkte: Babynahrung-Chargen von Marken wie BEBA und Alfamino in rund 60 Ländern
  • Auslöser: Mögliche Verunreinigung mit dem Toxin Cereulid durch einen Zulieferer-Rohstoff
  • Gesundheitsrisiko: Das Toxin kann Übelkeit und Erbrechen verursachen
  • Bestätigte Fälle: Bisher keine Krankheitsmeldungen im Zusammenhang mit den Produkten
  • Management-Reaktion: CEO Philipp Navratil entschuldigte sich in einer Videobotschaft öffentlich

Keine Krankheitsfälle, aber massiver Reputationsschaden

Die entscheidende Nachricht: Nestlé bestätigt offiziell, dass bislang keine gesundheitlichen Folgen dokumentiert wurden. Das verhindert eine noch dramatischere Eskalation. Dennoch sitzt der Schock tief. Ein Konzern, der mit der Sicherheit von Babynahrung wirbt, muss weltweit Produkte zurückrufen – das erschüttert das Fundament des Geschäftsmodells.

Die Ursache liegt außerhalb der eigenen Produktion: Ein Zulieferer lieferte verunreinigtes Material, das in einem niederländischen Werk verarbeitet wurde. Dennoch haftet die Marke Nestlé für das Problem. Die öffentliche Entschuldigung des CEO zeigt, wie ernst die Lage intern bewertet wird.

Analysten senken Kursziele deutlich

JPMorgan reagierte mit einer bestätigten Neutral-Einstufung, senkte aber die Erwartungen. Das Kursziel liegt bei 90 CHF. Die Begründung: Der Rückruf belastet die Umsatzentwicklung zusätzlich zu den bereits bestehenden Herausforderungen.

Deutlicher positionierte sich Deutsche Bank Research. Die Analysten kürzten ihr Kursziel von 88 auf 82 CHF und blieben bei "Hold". Die Botschaft ist klar: Kein Kaufargument in Sicht, solange die Nachrichtenlage ungeklärt bleibt.

Charttechnik unter Druck

Die US-Notierung fiel am 17. Januar unter die 50-Tage-Linie und schloss bei 93,87 USD. An der Heimatbörse in Zürich gab die Aktie am Freitag um 1,67 Prozent auf 75,24 CHF nach. Der technische Trend ist damit klar abwärts gerichtet.

Der Titel notiert aktuell rund 5,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 99,64 USD, das erst Ende Dezember markiert wurde. Die relative Stärke (RSI) liegt bei neutralen 51,3 Punkten – ein Zeichen dafür, dass die Verkaufswelle noch nicht überzeichnet ist und weiteres Abwärtspotenzial besteht.

Quartalszahlen werden zur Bewährungsprobe

Am 19. Februar legt Nestlé die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Dann muss das Management erstmals beziffern, was der Rückruf finanziell kostet. Rückstellungen werden erwartet, das genaue Ausmaß bleibt jedoch unklar. Die Marktkapitalisierung von 193,5 Milliarden CHF wirkt angesichts der Unsicherheit fragil.

Für die Aktie kommt es in den kommenden Wochen auf zwei Faktoren an: Bleiben die Krankheitsfälle aus, und gelingt es dem Konzern, die Lieferkette schnell wieder unter Kontrolle zu bringen? Solange diese Fragen offen sind, dürfte die Nervosität anhalten.

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