Der Umbau nimmt Fahrt auf: Mit dem Ausscheiden von Health-Science-Chefin Anna Mohl aus der Konzernleitung und einem radikalen neuen Bonussystem zeigt CEO Philipp Navratil, dass er es ernst meint. Parallel dazu trennt sich der Schweizer Lebensmittelriese konsequent von Randgeschäften. Doch die Transformation hat ihren Preis – die Jahreszahlen 2025 offenbaren die Herausforderungen.

Führungsebene wird verschlankt

Anna Mohl verließ zum 28. Februar 2026 das Executive Board und den Konzern. Der Weggang ist direkte Folge der angekündigten Zusammenlegung von Nutrition und Nestlé Health Science zu einem neuen globalen Geschäftsbereich. Nestlé verspricht sich von der Fusion mehr Fokus und schnelleres Wachstum durch Synergien.

Die Botschaft ist eindeutig: Navratil strebt eine schlankere Organisationsstruktur an. Vier globale Säulen – Coffee, Petcare, Nutrition sowie Food & Snacks regional – sollen künftig 70 Prozent des Umsatzes erwirtschaften.

Bonus-Reform mit Sprengkraft

Zeitgleich führte Navratil am 25. Februar ein neues Vergütungssystem ein, das für Unruhe sorgt. Statt bisher drei gibt es nun sechs Leistungsstufen für die 271.000 Mitarbeitenden. Top-Performer erhalten künftig bis zu 150 Prozent ihres Bonusziels – vorher waren maximal 130 Prozent möglich. Am anderen Ende der Skala sinkt die Auszahlung bei "Unsatisfactory" auf 0 bis 50 Prozent.

Der Kontrast zur Vergangenheit ist beträchtlich: Früher erhielten nahezu alle Beschäftigten mindestens 80 Prozent ihres Bonus. Der Kulturwandel ist damit eingeleitet – ob er die erhoffte Leistungssteigerung bringt, wird sich zeigen müssen.

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Portfolio-Bereinigung schreitet voran

Auch beim Geschäftsportfolio trennt sich Nestlé von Ballast. Das verbleibende Eiscreme-Geschäft steht vor dem Verkauf an Froneri, die Verhandlungen sind weit fortgeschritten. Für den Bereich Waters & Premium Beverages startete im ersten Quartal 2026 der formale Verkaufsprozess – ab 2027 soll das Geschäft nicht mehr in der Bilanz auftauchen.

Bereits abgeschlossen ist der Verkauf der restlichen 40 Prozent am Wursthersteller Herta an Casa Tarradellas. Damit gibt Nestlé die Kontrolle vollständig an das spanische Unternehmen ab, nachdem bereits 2019 die Mehrheit veräußert wurde.

Zahlen unter Druck

Die Jahreszahlen 2025 zeigen, warum der Umbau dringlich ist. Der Nettogewinn brach um 17 Prozent auf 9,0 Milliarden Franken ein, trotz eines Umsatzes von 89,5 Milliarden Franken. Die operative Marge (UTOP) lag bei 16,1 Prozent, der Free Cashflow bei 9,2 Milliarden Franken.

Zusätzlich belasten der Säuglingsnahrungsrückruf vom Januar: 2025 verursachte er bereits Kosten von 185 Millionen Franken. Für das erste Quartal 2026 rechnet Navratil mit weiteren 200 Millionen Franken Belastung durch Warenrücksendungen und Lieferengpässe.

Ausblick gedämpft optimistisch

Für 2026 peilt Nestlé ein organisches Wachstum von 3 bis 4 Prozent an – trotz des erwarteten Rückruf-Effekts von minus 20 Basispunkten. Die operative Marge soll sich verbessern, vor allem im zweiten Halbjahr. Der Free Cashflow wird bei über 9 Milliarden Franken erwartet.

Nestlé will die Wachstumsplattformen auf 30 Prozent des Umsatzes ausbauen und investiert dafür zusätzliche 0,6 Milliarden Franken. Das Analystenbild bleibt gemischt: Von 22 Experten votieren 10 auf Kauf, 11 auf Neutral und einer auf Verkauf.

Am 16. April 2026 tritt Navratil vor die Aktionäre zur ordentlichen Hauptversammlung. Dort wird sich zeigen, ob die Investoren seinem Transformationskurs folgen – oder ob kritische Stimmen lauter werden.

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