Nel startet mit Rückenwind ins neue Jahr. Nach einem längeren Abwärtstrend versucht die Wasserstoffaktie, einen Boden auszubilden und hat gestern die 50-Tage-Linie nach oben durchbrochen. Treiber sind die im Dezember beschlossene Kapazitätserweiterung am Standort Herøya und zweistellige Kursgewinne in den ersten Handelstagen 2026. Entscheidend wird nun, ob Nel die strategische Neuausrichtung operativ wie geplant umsetzen kann.

Technisches Signal und Sektorumfeld

Die Aktie legte gestern um rund 1,6 % auf etwa 0,196 Euro zu und überschritt dabei den 50-Tage-Durchschnitt bei 0,20 Euro. Zuvor hatte das Papier in den vergangenen Monaten ein 52-Wochen-Tief nahe 0,166 Euro markiert.

Trotz der kurzfristigen Erholung bleibt der Titel mittelfristig unter Druck. Seit Anfang Dezember 2025 liegt die Performance bei rund -4,2 %, der Kurs notiert weiterhin etwa 2,3 % unter der 200-Tage-Linie – der übergeordnete Abwärtstrend ist damit noch intakt.

Auch der Wasserstoffsektor insgesamt ist freundlich ins Jahr gestartet. Werte wie Plug Power und thyssenkrupp nucera konnten in den ersten Sitzungen 2026 ebenfalls zweistellige Kurszuwächse verbuchen.

Herøya-Ausbau mit EU-Unterstützung

Im Fokus steht die im Dezember 2025 getroffene finale Investitionsentscheidung, die „Next Generation Pressurized Alkaline“-Plattform am Standort Herøya zu industrialisieren. Kernelemente des Projekts:

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  • Produktionsausbau: Kapazitätserweiterung am Standort Herøya auf bis zu 1 Gigawatt
  • EU-Förderung: Zuschüsse aus dem EU-Innovationsfonds von bis zu 135 Mio. Euro, die bis zu 60 % der relevanten Investitions- und operativen Kosten abdecken können
  • Erstinvestition: Rund 300 Mio. NOK vor Berücksichtigung der Zuschüsse
  • Markteinführung: Geplanter kommerzieller Start im ersten Halbjahr 2026
  • Hochlauf: Bedeutende Liefermengen werden ab 2027 erwartet

Mit dem Projekt vollzieht Nel einen klaren Technologieschwenk. Bereits Anfang 2025 hatte das Unternehmen die Produktion seiner älteren atmosphärischen Alkalielektrolyseure wegen schwieriger Marktbedingungen zurückgefahren. Künftig bündelt Nel die Aktivitäten auf die druckbasierte Alkaliplattform, die höhere Effizienz und niedrigere Herstellungskosten pro Kilogramm Wasserstoff ermöglichen soll.

Fundamentaldaten und Finanzlage

Im Vergleich zu einigen finanziell angespannten Wettbewerbern geht Nel mit einer soliden Bilanz in das Jahr 2026. Zum 30. September 2025 lagen die Barmittel bei 1,76 Mrd. NOK.

Operativ zeigte der Q3-2025-Bericht rückläufige Vertragsumsätze von 303 Mio. NOK. Gleichzeitig griffen Kostensenkungen: Der EBITDA-Verlust verringerte sich im Jahresvergleich deutlich von -90 Mio. NOK auf -37 Mio. NOK.

Rückhalt erhält Nel zudem von Großaktionär Samsung E&A, der im Zuge einer Kapitalerhöhung im März 2025 eingestiegen ist. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt derzeit bei rund 2,28 NOK und damit in etwa auf dem Niveau der jüngsten Notierungen.

Ausblick: Umsetzung im Fokus

Die erste Jahreshälfte 2026 wird für Nel zum operativen Härtetest. Der strategische Kurswechsel ist eine Reaktion auf starken Preisdruck, insbesondere durch chinesische Anbieter, die Marktanteile gewonnen haben. Durch die Nutzung der bestehenden Infrastruktur in Herøya und umfangreiche EU-Fördermittel sollen die Stückkosten so weit sinken, dass Nel bei großen Industrieprojekten in Europa und Nordamerika wieder konkurrenzfähig wird.

Wichtiger Termin ist der nächste Quartalsbericht am 26. Februar 2026. Dann dürfte der Markt genau auf den Auftragseingang und konkrete Vertragsabschlüsse für die neue 1-GW-Kapazität schauen. Entscheidend für die Bewertung der Aktie wird sein, ob Nel den geplanten Produktionsstart im ersten Halbjahr 2026 einhält und damit die Grundlage für den erwarteten Volumenhochlauf ab 2027 legt.

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