Nel ASA Aktie: Auftragsbestand kollabiert
Der norwegische Wasserstoff-Spezialist steht vor einem Schicksalsjahr. Während die Aktie weiterhin nahe historischer Tiefststände im Bereich von 2,23 bis 2,29 NOK notiert, schrumpft die Auftragspipeline in beängstigendem Tempo. Kann die riskante Wette auf eine neue Technologieplattform das Ruder noch herumreißen oder droht dem einstigen Branchenliebling die dauerhafte Bedeutungslosigkeit?
Massive Probleme in der Pipeline
Die alarmierendste Kennzahl für Anleger ist der drastische Einbruch im Auftragsbestand. Im Jahresvergleich schrumpfte die Pipeline um rund 47 Prozent auf nur noch 984 Millionen NOK. Diese Entwicklung beschneidet die Umsatzsichtbarkeit für die kommende Zeit erheblich und hält institutionelle Investoren an der Seitenlinie.
Verschärft wird die Lage durch Projektverzögerungen und Finanzierungsschwierigkeiten im gesamten Sektor der grünen Energie. Nel hat bereits damit begonnen, Ausrüstung von zahlungssäumigen Kunden zurückzufordern – ein deutliches Indiz für den tiefgreifenden Stress in der Branche.
Die finanzielle Lage im Überblick:
- Börsenwert: Ca. 4,19 Milliarden NOK
- Kurs-Buchwert-Verhältnis: 0,87
- Performance: Minus 19-20 Prozent auf 12-Monats-Sicht
- Auftragsbestand: 984 Millionen NOK (-47 % zum Vorjahr)
Besonders das Kurs-Buchwert-Verhältnis von unter 1,0 wiegt schwer: Der Markt bewertet das Unternehmen derzeit niedriger als das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital.
Alles auf eine Karte: Die 300-Millionen-Wette
Im Dezember 2025 gab der Vorstand grünes Licht für die Industrialisierung der "Next-Generation Pressurized Alkaline"-Plattform im norwegischen Herøya. Mit einem Investitionsvolumen von rund 300 Millionen NOK ist dies die bedeutendste strategische Entscheidung der letzten Jahre.
Die modulare Anlage soll ab dem ersten Halbjahr 2026 starten und zielt darauf ab, die Produktionskosten für Wasserstoff drastisch zu senken. Das Ziel ist es, Geschäftsmodelle zu ermöglichen, die ohne massive Subventionen bisher unrentabel waren. Unterstützt wird das Projekt durch den EU-Innovationsfonds mit bis zu 135 Millionen Euro. Die Marktreaktion auf diese Ankündigung verpuffte jedoch schnell wieder.
Analysten bleiben skeptisch
Die Marktstimmung spiegelt die operative Unsicherheit wider. Der Analystenkonsens bewegt sich überwiegend zwischen "Underperform" und "Verkaufen", mit einem durchschnittlichen Kursziel von 2,22 NOK. Die breite Streuung der Kursziele – von 1,20 bis 4,20 NOK – verdeutlicht, wie uneinig sich Experten über die Exekutivkraft des Managements sind.
Trotz der düsteren Gesamtlage gibt es vereinzelt Lichtblicke: Im November 2025 sicherte sich Nel einen Auftrag über mehr als 50 Millionen USD für die norwegischen Projekte HyFuel und Kaupanes – der zweitgrößte Auftrag der Firmengeschichte. Auch die Inbetriebnahme einer Wasserstoffanlage durch Samsung E&A könnte perspektivisch neue Vertriebskanäle öffnen.
Die entscheidende Bewährungsprobe steht am 26. Februar 2026 an. Dann präsentiert Nel die Ergebnisse des vierten Quartals. Investoren erwarten hier konkrete Belege für Fortschritte bei der Industrialisierung und – noch wichtiger – Anzeichen für eine Stabilisierung des wegbrechenden Auftragsbestands.
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